Umbau der Sortimentsstruktur

Die Stimmung in der Ladenbau-Branche hat sich nach dem Krisenjahr 2009 offensichtlich wieder etwas verbessert: Nach einer Umfrage des Deutschen Ladenbau-Verbandes (dlv) zum 1. Quartal 2010 beurteilten 65% der rund 40 Mitgliedsunternehmen die aktuelle Geschäftslage als zufriedenstellend. Auf dem dlv-Jahresmeeting im Mai berichteten viele Teilnehmer über steigende Auftragseingänge.

Einschnitte musste im vergangenen Jahr auch der buchhändlerische Ladenbau hinnehmen: Nach einem Zuwachs von 60.000 qm an neuen Flächen im Jahr 2008 ist der Filialbuchhandel 2009 nur noch um knapp ein Drittel dieses Wertes gewachsen. Für 2010 haben die Buchketten gerade einmal rund 10000 qm Flächenzuwachs angekündigt.

Investitionszurückhaltung im Buchhandel hält weiter an

Dennoch äußern sich auch die buchhändlerischen Ladenbauer mehrheitlich zuversichtlich zur aktuellen Geschäftslage:

  • Kreftbrübach, seit 2006 Teil des New Store Europe-Verbundes, geht auf Wachstumskurs, allerdings werden innerhalb der Unternehmensgruppe auch andere Einzelhandelsbranchen bespielt. „Wir sind in intensiven Gesprächen mit potenziellen Kunden“, berichtet Geschäftsführer Stefan Brübach. Gemessen an den negativen Erwartungen sei das vergangene Geschäftsjahr zufriedenstellend verlaufen: „Die Krise vor Augen, ist die Branche 2009 noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.“ Mit der Thalia-Filiale im Loop5-Center in Weiterstadt sowie der Buchhandlung Grauert im Düsseldorfer Hauptbahnhof (beide 2009 eröffnet) hat Kreftbrübach zwei Vorzeigeprojekte als Referenzen.
  • Der Ladeneinrichter Umdasch mit Sitz im österreichischen Amstetten bemerkt weiterhin eine Investitionszurückhaltung bei den Handelsunternehmen. Investitionen werden von Firmenkonjunkturen getragen, erklärt eine Unternehmenssprecherin. Speziell im Buchhandel mache sich die Sortimentserweiterung in Richtung elektronische Medien zunehmend auch in der Ladengestaltung bemerkbar. „Eine Reihe von Buchhandlungs-Projekten für klingende Namen wie Thalia, ZAP, Mayersche und Weltbild stecken in der Pipeline.“
  • Von einer bislang recht positiven Umsatzentwicklung berichtet der Münsteraner Ladenbauer Christenhusz, der zuletzt inhabergeführte Buchhandlungen wie Sedlmair in Rinteln, Meister in Münchberg u.a. eingerichtet hat. „Bei Neugründungen verzeichnen wir insgesamt Investitionszurückhaltung“, erklärt Geschäftsführer Thomas Christenhusz. „Im Stammkundengeschäft, bei Refits und Nachfolge-Investments laufen die Geschäfte derzeit gut.“
  • Auch beim Ladenbauer Ganter, der zuletzt den Launch der neuen Weltbild-Filialen umgesetzt hat, hat sich die Auftragslage nach 2009 leicht entspannt, allerdings halten sich nach Aussage von Geschäftsleiter Michael Ganter die großen Buchhandelskonzerne noch immer zurück. „Derzeit bekommen wir viele Anfragen über Einzelmöbel und Zusatzelemente, um bestehende Laden-Objekte aufzufrischen“, so Ganter. „Dies ist sicherlich für den Handel kurzfristig interessanter, wird sich langfristig aber bestimmt nicht bewähren.“

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