Ist Austausch nötig, Frau Friedrich?

Die Frankfurter Buchmesse will die Medienbranchen vernetzen. Dazu wird in diesem Jahr die Initiative „Frankfurt Story Drive“ gestartet. Im Interview erklärt die Organisatorin Britta Friedrich, warum die Vernetzung der Branchen notwendig ist.

Müssen sich die Branchen vernetzen, um im Zeitalter der Digitalisierung überlebensfähig zu bleiben?
Definitiv. Egal, ob Film-, Buch- oder Games-Industrie, alle stehen vor den gleichen Herausforderungen und Fragen. Diese betreffen zum einen die veränderte Medienlandschaft, der man sich stellen muss, und zum anderen das veränderte Mediennutzungsverhalten. Dadurch, dass in diesen heterogen aufgestellten Branchen die gleichen Fragen aufkommen, bietet sich die Chance, sich wesentlich intensiver auszutauschen, als das vorher der Fall war. Durch die technologischen Veränderungen wird andererseits aber auch eine völlig neue Form des Geschichtenerzählens möglich. Inhalte können transmedial, also parallel über Buch, Film und Internet, vermittelt werden. Es gilt also, zugleich den digitalen Herausforderungen zu begegnen als auch die Möglichkeiten einer völlig neuen Form von Kreativität zu entdecken.

Warum ist die Frankfurter Buchmesse dafür der geeignete Ort?
Der Kern des Projektes StoryDrive ist das Geschichtenerzählen, und Geschichtenerzählen ist etwas, das traditionell mit der Buchbranche verbunden wird. Auf der Frankfurter Buchmesse wird seit jeher mit Geschichten gehandelt, und seitdem es das Film und Media Forum gibt, nutzen Filmleute die Buchmesse als Stoff-Fundgrube. Unter dem Motto „Frankfurt StoryDrive“ können sich nun auch andere Medienbranchen am Austausch beteiligen und die Rechte an ihren Stoffen crossmedial veräußern.

Spielt bei dieser Initiative nicht eher der Anpassungsdruck an die Veränderungen in der Buchbranche eine Rolle?
Die Buch- und Verlagsbranche verändert sich, durch die Digitalisierung bieten sich neue Möglichkeiten. Das geht so weit, dass sich einige Verlage längst nicht mehr nur eindimensional aufstellen, sondern sich als Medienhäuser verstehen und ins Games- und Filmgeschäft einsteigen. Umgekehrt entdecken z.B. Gameshersteller das Buch für sich. Diese Veränderungen und Überschneidungen möchten wir abbilden und zugleich Hemmschwellen und Berührungsängste bei denjenigen abbauen, die sich noch nicht damit auseinandergesetzt haben.

Die Fragen stellte Nicole Stöcker

Zur Person: Britta Friedrich

Nach dem Studium der Germanistik- und Medienwissenschaften arbeitete Britta Friedrich  als Beraterin in der Hamburger Kommunikations- und Strategieberatung Molthan van Loon. 2006 wechselte sie zunächst in die Pressestelle der Frankfurter Buchmesse. Seit Anfang 2010 ist sie im Team Creative Industries der Frankfurter Buchmesse tätig. Hier ist sie neben dem Projekt StoryDrive auch für die Organisation von TOC Frankfurt zuständig.

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