Vom Unglück in den Tod getrieben

Die „NZZ“ blickt auf Leben und Werk der österreichischen Schriftstellerin Brigitte Schwaiger, deren Leiche vorgestern in der Donau gefunden wurde. Ein Selbstmord wird vermutet. Schwaiger habe gegen ihr Unglück angeschrieben, so die „NZZ“. Gegen das Fremdsein, die unmögliche Liebe, die verletzte Seele. Doch das Dunkel sei übermächtig gewesen, der freiwillige Tod eine stete Lockung. Die „Welt“ erinnert an ihr autobiografisch eingefärbtes Romandebüt 1977 mit „Wie kommt das Salz ins Meer“, das zu einem Bestseller wurde, der sich über 500.000 Mal verkaufte. Sarkastisch und mit naiver Lust an der Bloßstellung patriarchaler Konventionen habe sie darin mit dem bürgerlichem Leben, der Ehe und den Männern abgerechnet. Das sei nicht der verbiesterte Feminismus einer Karin Struck oder einer Verena Stefan gewesen, sondern so frisch und frei von Diskurs, dass man Brigitte Schwaiger dankbar durch frühe Formen deutscher Talkshows getrieben habe.
nzz.ch, welt.de

BÜCHER & AUTOREN


Heinrich Heine: Lange hat es gedauert, bevor der Dichter einen der raren Plätze in der Regensburger Walhalla, im Ruhmestempel für „bedeutende Persönlichkeiten teuscher Zunge“, zugewiesen bekam. Heute wird seine Büste aufgestellt, seine Heimatstadt Düsseldorf ist wegen kleinlichen Kulturzanks nicht vertreten.
„FAZ“ (S. 29), „SZ“ (S. 38)

Eva Herman: Den Äußerungen der Autorin zur LoveParade-Katastrophe wird von christlichen wie muslimischen Hardlinern applaudiert. Ein Webportal der katholischen Rechten spricht zum Beispiel von einem „vernichtenden Schlag gegen satanische Alkohol- und Sexorgie“.
taz.de

Joseph Lemasolai Lekuton: Der kenianische Lehrer und Schriftsteller („Facing the Lion“, Hammer, 12 Euro) erzählt im „SZ“-Interview über sein Leben als Massai.
„SZ“ (S. 14)

Julia Priwedjonnaja: Die russische Dichterin steht vor Gericht, angeblich soll sie eine bewaffnete kriminelle Vereinigung angeführt haben. In der Darstellung der „SZ“ erscheinen die Vorwürfe haltlos.
„SZ“ (S. 13)

ONLINE


Verwertungsrechte: Google hat die von der deutschen Verwertungsgesellschaft Gema initiierte Allianz gegen Youtube durchbrochen und sich mit der italienischen SIAE auf einen neuen Vertrag geeinigt.
„FTD“ (S. 8)

MEDIEN & MÄRKTE


Einzelhandel: Die Gerüchteküche über die Karstadt-Rettung brodelt weiter. Jetzt streut die PR-Agentur der Valovis-Bank eine Pressemitteilung über einen eventuellen Einstieg des italienischen Kaufhausunternehmers Maurizio Borletti. Die Branche schüttelt den Kopf.
„FTD“ (S. 1), welt.de

Binnenkonjunktur: Deutschlands Verbraucher setzen auf den Konjunkturaufschwung – und stellen sich immer stärker auf steigende Einkommen ein. Das zeigen neue Erhebungen der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).
„Handelsblatt“ (S. 14), welt.de

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Suhrkamp
5
Beckett, Simon
Wunderlich
05.12.2016
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