Kein Exklusivvertrag mit Google

Nach der Kritik des Österreichischen Verlegerverbands an der Kooperation der Österreichischen Nationalbibliothek mit Google verteidigt die ÖNB ihr Vorgehen. Die Entscheidung sei im Interesse der Bibliotheksnutzer sowie zum Schutz der historischen Buchbestände getroffen worden.

Rückblick: Benedikt Föger, Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbands und Vizepräsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels, hatte der ÖNB-Generaldirektorin Johanna Rachinger (Foto) mit Blick auf die Google-Kooperation Uninformiertheit oder grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen. Es sei nicht verständlioch, warum die Nationalbibliothek ausgerechnet mit einer Firma zusammenzuarbeite, die versuche, „eine Urheberrechtsverletzung zu legalisieren und salonfähig zu machen, die im weltweiten Kulturbereich einzigartig ist“ (hier mehr zu Fögers Kritik).  

Auf Anfrage von buchreport.de hat die ÖNB die Kooperation verteidigt. Man nehme die Bedenken der Interessensvertretungen von AutorInnen und Verlagen bezüglich urheberrechtlicher Fragen im Zusammenhang mit der Kooperation mit Google sehr ernst. Doch indem sich die Kooperation mit Google strikt auf urheberrechtsfreie Werke, deren Urheber vor mehr als 70 Jahren gestorben sind, beschränke, respektiere die ÖNB das österreichische Urheberrechtsgesetz.

Zur Motivation zur Zusammenarbei schreibt die ÖNB: „Die Entscheidung zur Kooperation wurde in erster Linie im Interesse der NutzerInnen getroffen, die weltweit Zugriff auf dieses digitalisierte Wissen haben werden. Wir betrachten die Sammlungen der Österreichischen Nationalbibliothek nicht als rein österreichisches, sondern als Kulturerbe von weltweiter Bedeutung, das wir durch diese Kooperation weltweit uneingeschränkt zugänglich machen können. Das Projekt dient darüber hinaus dem Erhalt der einmaligen historischen Buchbestände der Österreichischen Nationalbibliothek, deren Inhalte damit für den Katastrophenfall gesichert sind und die in Zukunft nicht mehr in allen Fällen im Original eingesehen werden müssen. Dies trägt wesentlich zur Schonung der teilweise unikalen Objekte bei. “

Google trage die Kosten für die Digitalisierung. Die Österreichische Nationalbibliothek gehe keinen Exklusivvertrag mit Google ein, und Google erhalte kein Monopol auf die Digitalisate, die auch über die Österreichische Nationalbibliothek und die Europäische Digitale Bibliothek – Europeana – zugänglich sein werden.

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