Abgang in den Selbstmord


Simon Axler, Hauptfigur in Philip Roths neuem Roman „Die Demütigung“ ist ein gefeierter Schauspieler, den von einem auf den anderen Tag jegliche darstellerische Inspiration verlassen hat. Er zieht sich zurück auf seine Farm, schnuppert Morgenluft, als er glaubt, eine Lesbe sexuell „bekehren“ zu können und scheitert brutal. Die „SZ“ beschreibt, dass Roth mit erbarmungsloser erzählerischer Konsequenz seine Grundthemen Altern und Sterben, Selbsttäuschung und neurotische Männlichkeite variiert und mit einem Ferment einer qualvollen erotischen Travestie anreichert. Dass wir zwar jede Rolle spielen, aber nicht jede leben könnten. Dass die Freiheit, die Partner ebenso wechseln zu können wie die sexuelle Orientierung, auf einer Täuschung beruhe. Und dass das Leben nicht aus Optionen bestehe, sondern aus Prägungen. Simon Axler zeige exemplarisch, dass man seine entscheidenden Fehler genauso wenig zu vermeiden vermöge wie ein Schauspieler eine schlechte Vorstellung noch einem verbessern könne. Dem letzten schauspielerischen Triumph folge bei Roth der Tod.


Philip Roth: Die Demütigung. Roman. Carl Hanser Verlag, 15,90 Euro
„SZ“ (S. 11), „Spiegel“ (S. 108)


NACHGELESEN – Bücher in der Presse



Belletristik


Arno Geiger: Alles über Sally. Roman. Carl Hanser Verlag, 21,50 Euro
tagesspiegel.de

Nicol Ljubic: Meeresstille. Hoffmann und Campe, 17 Euro
fr-online.de

Javier Marias: Dein Gesicht morgen. Klett-Cotta, 24,90
„Spiegel“ (S. 125)

Deon Meyer: Dreizehn Stunden. Rütten & Loehning, 19,95 Euro
welt.de

Murathan Mungan: Städte aus Frauen. Roman. Blumenbar, 21,90 Euro
tagesspiegel.de

Annette Pehnt: Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen, das muss gar nicht lange dauern. Erzählungen. Piper Verlag, 16,95 Euro
„SZ“ (S. 14)

Jan Seghers: Die Akte Rosenherz. Wunderlich, 19,95 Euro
fr-online.de

Paul Torday: Charlie Summers. Roman. Berlin Verlag, 22 Euro
tagesspiegel.de

Sachbuch


Florence Aubenas: Le quai de Ouistreham. Éditions de l’Olivier, 19 Euro
„FAZ“ (S. 28)

Artur Domoslawski: Kapuscinski non-fiction. Swiat Ksiazki
„Spiegel“ (S. 109)

Helga Grebing/Gregor Schöllgen/Heinrich August Winkler (Hg.):  Willy Brandt: Gemeinsame Sicherheit. Internationale Beziehungen und deutsche Frage 1982–1992. Berliner Ausgabe, Band 10. J.H.W. Dietz Nachf., 27,60 Euro
tagesspiegel.de

Karin Hofele: Clever einkaufen, Fruchtzwerge, Milchschnitte & Co., Trias 2010, 9,95 Euro
bild.de

Jochen Hoffmann: Theorie des internationalen Wirtschaftsrechts. Verlag Mohr, 69 Euro
„FAZ“ (S. 14)

Elizabeth Lunday: Die großen Künstler und ihre Geheimnisse. Walde+Graf-Verlag, 19,95 Euro
spiegel.de

Miriam Meckel: Brief an mein Leben: Erfahrungen mit einem Burnout. Rowohlt, 18,95 Euro
„Spiegel“ (S. 113)

Meinhard Miegel: Exit – Wohlstand ohne Wachstum. Propyläen, 22,95 Euro
„FAZ“ (S. 14)

Christian Saehrendt/Steen T. Kittl: Geier am Grabe van Goghs. Dumont Buchverlag, 14,95 Euro
spiegel.de

Oliver Jens Schmitt: Skanderbeg. Der neue Alexander auf dem Balkan. Verlag Friedrich Pustet, 26,90 Euro
„FAZ“ (S. 28)

Bruno Thoß: Der Ausschuss für Fragen der europäischen Sicherheit – Januar 1953 bis Juli 1954. Reihe: Der Bundestagsausschuss für Verteidigung und seine Vorläufer, Band 2. Droste Verlag, 59,80 Euro

„FAZ“ (S. 10)

Theodore Ziolkowski: Heidelberger Romantik. Mythos und Symbol. Universitätsverlag Winter, 24 Euro
„SZ“ (S. 14)

Comic

Stuart Hample: Der Irrsinn des Lebens. Woody Allen in Comic Strips. Knesebeck Verlag, 29,95 Euro
„FAZ“ (S. 28)

Michel Onfray/Maximilien Le Roy: Nietzsche. Lombard.
„Spiegel“ (S. 108)

Kinderbuch

Kirsten Boie: Ringel, Rangel, Rosen. Oetinger, 14,95 Euro
„SZ“ (S. 16)

Herbert Günther: Roberts Land. Eine Familiengeschichte. Gerstenberg, 12,90 Euro
„SZ“ (S. 16)

Susanne Orosz: Spiel mit dem Feuer. Klopp Verlag, 9,95 Euro
„SZ“ (S. 16)

Nasrin Siege/Barbara Nascimbeni: Wenn der Löwe brüllt. Peter Hammer Verlag, 15,90 Euro
„SZ“ (S. 16)

Christian Y. Schmidt: Bliefe von dlüben. Rowohlt, 14,90 Euro
„SZ“ (S. 16)

Hermann Vinke: Wunden, die nie ganz verheilen. Das Dritte Reich in der Erinnerung von Zeitzeugen. Ravensburger Buchverlag, 19,95 Euro
„SZ“ (S. 16)

VORAUSGESEHEN – Bücher in Kino und Fernsehen


Fernsehen


Klassiker der Weltliteratur: Die „SZ“ lobt die Sendereihe auf BR-alpha, in der vom Schriftsteller Tilman Spengler jede Woche Montag ohne Neuerscheinungshype, ohne bettelnde Verleger „mausetote Autoren“ und ihre Werke vorgestellt werden. Das scheinbar archaischte Format sei zugleich das modernste Bücherfernsehen, das der öffentlich-rechtliche Rundfunk in den letzten 50 Jahren hervorgebracht habe, so die „SZ“.

Klassiker der Weltliteratur, BR-alpha, montags, 22.45 Uhr, Wiederholung: dienstags, 8.15 Uhr
„SZ“ (S. 15)

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