Sven Regener mein Leben

Der Sender ARTE zeigt am 10. Oktober um 17.20 Uhr ein Porträt des vielseitigen Künstlers und Autors Sven Regener. Der Film von Birgit Herdlitschke beginnt mit einem Song seiner Band „Element of Crime“, zeigt aber zunächst den Literaten Sven Regener: auf der LitCologne und auf der Frankfurter Buchmesse, oder aber im Zug, wo er erklärt, warum er lieber das Leben von Frank Lehmann als sein eigenes aufschreibt. Regener will sich in andere hineinversetzen, will wissen wie andere leben und wie das Leben verlaufen wäre, wenn es ganz anders gekommen wäre. Seine Romanfiguren bieten die entsprechende Spielwiese. Der Beifall, den er für seine Bücher bekommt, gebührt nicht ihm, sondern der Sache, wie er selbst sagt. Er ist ein Künstler, der sich nicht auf der Bühne produziert, der bei seinem Erfolg bodenständig geblieben ist und sich zurückhält – auch politisch. Letzteres war nicht immer so. 1961 in Bremen geboren und dort aufgewachsen, zieht Regener mit 16 Jahren von zu Hause aus. Es ist die Zeit der RAF und Regener engagiert sich aktiv für den kommunistischen Jugendbund KBW in Bremen. Weiter geht es nach Berlin, wo Sven Regener auch heute mit seiner Familie lebt. Im Sommer 1982 kommt er in die dunkle, düstere Mauerstadt, wo alles anfängt. Dunkel vor allem auch, weil er mit seinem Bohème-Lebensstil das Tageslicht manchmal kaum zu Gesicht bekommt. Er spielt Trompete bei Zatopek, kann sogar eine Platte mit der Band aufnehmen, doch das reicht ihm nicht. Er will Songs schreiben und seine Musik machen.1985 gründet er „Element of Crime“ „ohne Garantie auf ein Happy End“, aber mit der Gewissheit, das zu tun, was ihm am meisten Spaß macht und was er am besten kann.
Auch wenn sich Regener vor allem als Musiker begreift, feierte er als Autor von „Herr Lehmann“ seinen bisher größten Erfolg. Er schrieb auch das Drehbuch für den gleichnamigen Film von Leander Haussmann. Auf einer gemeinsamen Autofahrt nach Berlin-Friedrichshagen erinnern sich beide an die Zusammenarbeit und an das Platzverbot für Regener, weil er die verändert gesprochenen Texte nicht ertragen konnte. Am Ende schippern beide gemütlich in Haussmanns Boot über den Müggelsee. So gelingt ein vielschichtiges Porträt über den Musiker, Autoren und Menschen Sven Regener. Die Themen: Musik, Selbstgespräche, (West)Berlin, Kommunismus, die 70er-Jahre, politische Künstler, Wort-Kung Fu, Herr Lehmann, Texte schreiben und die Musik von „Element of Crime“, die im Film ergänzend wie ein Kommentartext funktioniert.

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