Weltbild-Verkauf vertagt

Im Juli 2008 hatte Weltbild bei der Präsentation seiner Geschäftszahlen informiert, dass seine Gesellschafter, insgesamt 14 katholischen Bistümer und die Soldatenseelsorge Berlin, eine „Erweiterung oder Veränderung des Gesellschafterkreises“ prüfe. Damit stand der Medienhandelsriese mit dem Weltbild-Versand und der 50%-Beteiligung am stationären Filialunternehmen DBH in der Verkaufsvitrine.

Nach einem Dreivierteljahr vieler Nachfragen und großer Unruhe im Unternehmen ist jetzt eine Pause angesagt: Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Donaubauer (Foto, Collage: buchreport) teilt mit, die Pläne der Gesellschafter für einen Verkauf der Verlagsgruppe Weltbild seien „vorerst auf Eis gelegt“.

Der Zeitpunkt für schöne Verkaufserlöse ist nicht günstig: „Vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise ist eine Veränderung der Gesellschafterstruktur zu angemessenen Bedingungen derzeit nicht realistisch. Den Gesellschaftern ist daran gelegen, dass sich das Unternehmen mit ganzer Kraft auf seine wirtschaftliche Stärkung konzentrieren kann.“

Also erst mal Ruhe ins Spiel bringen. Aber die Pläne bleiben nur aufgeschoben: Nach der Krise wird dann voraussichtlich an die Vorarbeit angeknüpft, zu besseren Preisen.

Im Zuge der Stärkung der Kernkompetenzen hat Weltbild außerdem den testweise eingeführten Verzicht auf Versandkosten als neuen Standard bestimmt. „Unser Geschäft verschiebt sich mehr und mehr vom klassischen Katalogversand ins Internet“, begründet Carel Halff, Vorsitzender der Weltbild-Geschäftsführung, in einer Pressemitteilung. In seinem Onlineshop erwirtschafte das Unternehmen inzwischen rund die Hälfte des Umsatzes.

Durch die Verlagerung hin zum Onlinegeschäft spare Weltbild Werbeaufwendungen im Katalogbereich. Gleichwohl will Halff am Weltbild-Monatskatalog in Millionenauflage festhalten – allerdings übernehme der Katalog mehr und mehr die Funktion des Impulsgebers für die anderen Vertriebskanäle.

Was in der heutigen Pressemitteilung fehlt: weltbild.de ist außerdem ins E-Book-Geschäft eingestiegen. Unter der Adresser www.weltbild-ebooks.de bieten die Augsburger in Kooperation mit Ciando elektronische Bücher an.

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