Viele Bücher in New York

Als Reed-Sprecher Greg Topalian nach der Absage der BookExpo Canada Anfang des Monats durch Reed Exhibitions darauf verwies, dass es „jetzt darum geht, die Bedürfnisse des nordamerikanischen Buchmarktes in einer einzigen Großveranstaltung effektiv zu bedienen“, war zwischen den Zeilen bereits zu lesen, dass der BookExpo America (BEA) Veränderungen ins Haus stehen (buchreport berichtete). Herausgekommen ist eine Runderneuerung der US-Buchmesse.

Ab 2010 wird bei der BookExpo America alles anders

Weil die Zeit zu kurz ist, um noch in diesem Jahr grundlegend an der Struktur des Buchevents zu arbeiten, greift der Neuauftritt der BEA erst ab 2010. Vom 28. bis 31.Mai reicht es in New York nur für kleinere kosmetische Maßnahmen und zum freien Eintritt für alle Mitglieder des US-Buchhändlerverbandes. Aufgrund der angespannten Lage rechnet Messedirektor Lance Fensterman zwar mit einer abgespeckten Präsenz der großen Verlagsgruppen, hat dafür aber alle maßgeblichen Unternehmen an Bord, inklusive Macmillan, der eigentlich aus Kostengründen auf einen Stand verzichten wollte.

Das Maßnahmenpaket, das Fensterman in enger Konsultation mit der American Booksellers Association (ABA) und den großen Ausstellern für die „neue“ BookExpo America geschnürt hat, ist umfangreich und tiefgreife

  • Mindestens bis 2012 bleibt die BEA dauerhaft im Jacob J. Javits Center in New York; die bereits gebuchten Termine in Washington (2010) und Las Vegas (2011) wurden abgesagt.
  • Statt von Freitag bis Sonntag findet die Messe künftig mitten in der Woche und nur noch an zwei Tagen statt (Mittwoch und Donnerstag); der traditionell vorgeschaltete Konferenztag bleibt erhalten.
  • Noch im Planungsstadium ist ein neues Standsystem, dessen Standardmodule etwa um die Hälfte billiger sein werden.
  • Um mehr Buchhändlern den Besuch der BEA schmackhaft zu machen, kehrt die ABA mit ihrem Fortbildungsprogramm und anderen Schlüsselveranstaltungen auf die Messe zurück.

Verlage setzen sich gegen den Buchhandel durch

Für das größte Aufsehen hat jenseits des Atlantiks das überraschende Votum für New York als Dauerstandort gesorgt. Mit dieser Entscheidung riskiert die Messeleitung zwar den Zorn der Buchhändler vor allem an der amerikanischen Westküste und in den südlichen Landesteilen, doch der wiegt offenbar geringer als der immer größer werdende Unmut der New Yorker Verlage. Denen war die jährliche Völkerwanderung aufgrund der damit verbundenen hohen Kosten schon lange ein Dorn im Auge.

Gleichzeitig hofiert Reed Exhibitions mit dem Standort New York ganz unverhohlen auch die europäischen Fachbesucher. Die hatten in den letzten Jahren mit den Füßen abgestimmt und die US-Buchmesse, wenn sie nicht in Manhattan stattfand, zunehmend ignoriert, was dem globalen Anspruch der BEA-Macher auf Dauer nicht gefallen konnte.

Weiterhin kein Thema ist die Öffnung der BEA für das allgemeine Publikum. „Wir sind eine Fachmesse und bleiben eine Fachmesse“, sagt Lance Fensterman und folgt damit dem Votum der Verlage, die vehement kein zweites Frankfurt wollen. Gleichwohl sollen die Medien, insbesondere Fernsehen und Hörfunk, verstärkt ins Boot geholt werden, um als Meinungsmacher „die Plattform der Bücher“ nach außen zu tragen.

aus: buchreport.express 8/2009

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