Konsequent und richtig

„Süddeutsche“ und „Frankfurter Rundschau“ applaudieren Rowohlt für die Klage gegen den „Spiegel“ wegen der frühen Besprechung des neuen Romans von Daniel Kehlmann. Der zuständige Redakteur beim Hamburger Magazin habe die strafbewehrte Verpflichtungserklärung zum Einhalten der Sperrfrist, die Rowohlt von Kritikern unterschreiben ließ, „zwar nicht unterschrieben, ihr aber mündlich zugestimmt. Das reicht, heißt es nun im Hause Rowohlt“ berichtet die „SZ“. „Von beiden Seiten, von Verlagen wie vom Journalismus her, ist die Sperrfrist-Konvention in den vergangenen Jahren ausgehöhlt worden. Der Steidl Verlag bringt schon mal einen Grass-Titel wie ,Die Box’ stillschweigend auf den Markt, ehe die Frist, die er selbst den Rezensenten gesetzt hat, abgelaufen ist. Und der Spiegel rezensiert schon seit geraumer Zeit prominente Bücher vor ihrem Erscheinen, nach dem Motto: lieber einen oder zwei Montage zu früh als nach den anderen. Dass Rowohlt nun den Spiegel verklagt, kann, muss aber nicht zu einer Bestätigung der bisher auf Üblichkeit beruhenden Sperrfristkonvention durch die Gerichte führen. Der Schritt war aber schon deshalb überfällig, weil Rowohlt Verlag sonst seine eigene Unterschriftenaktion der Lächerlichkeit preisgegeben und all die düpiert hätte, die sich an Sperrfristen halten.“

Die „Frankfurter Rundschau“ sekundiert: „Dass Rowohlt nun klagt, ist konsequent – und richtig. Denn würde die selbst inszenierte Drohgeste folgenlos verpuffen, wären Zynismus und Arroganz letztlich Recht gegeben. Außerdem bestätigt die Klage jene Kritiker und Redakteure, die sich an die strenge Vorgabe gehalten haben und sich deppert fühlen müssten, wenn andere sich mal eben so darüber hinwegsetzen dürften.“

Die „Welt“ weist darauf hin, dass sich „die verhohlene ,Ruhm‘-Rezension als Porträt tarnt. Insofern wird das Gericht sich auch zur Trennschärfe zwischen journalistischen Genres äußern müssen.“

„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 11), fr-online.de, welt.de

VERLAGE

Suhrkamp I. Die Stadt Frankfurt hat dem Verlag ein umfangreiches Angebot gemacht, um seine Abwanderung nach Berlin zu verhindern.
fr-online.de

Suhrkamp II: Ein Umzug nach Berlin wäre keine gute Entscheidung, findet Florian Illies.
zeit.de

Suhrkamp III: Die Berliner „taz“ diskutiert Pro und Contra des Umzugs.
taz.de

Ravensburger: Der Kinderkramkonzern steigert seinen konsolidierten Unmsatz 2008 um 0,5% auf 287,3 Mio Euro. Bei Kinder- und Jugendbüchern steigt der Umsatz um 1% auf 51,1 Mio Euro, vor allem aufgrund des Buches „Die Welle“ zum gleichnamigen Kinofilm, das 350.000 Mal verkauft worden ist.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 17)

ONLINE

Google-Settlement: „NZZ“ kommentiert kritisch den Vorstoß der VG Wort, die Interessen deutscher Verlage und Autoren gegenüber Google zu vertreten.
nzz.ch, weiterer Bericht: fr-online.de

BÜCHER & AUTOREN

Heinz Strunk hat in Potsdam seine Lesereise mit seinem neuen Roman „Fleckenteufel“ eröffnet. „Am Ende: Applaus. Die Leute: aus dem Häuschen“, notiert die „FAZ“.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 34)

Joanne K. Rowling: Die Autorin von „Harry Potter“ ist in die französische Ehrenlegion aufgenommen worden.
derstandard.at

Gregor Dotzauer: Der „Tagesspiegel“-Literaturredakteur erhält den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik.
tagesspiegel.de

Frank Miller: Der Comic-Zeichner berichtet von seiner Arbeit als Regisseur an der Comic-Adaption „The Spirit“, die heute in die deutschen Kinos kommt.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 12)

Erwin Strittmatter: Neue Erkenntnisse über die NS-Vergangenheit des DDR-Autors.
fr-online.de

AUSLAND

Österreich: Der Hauptverband des österreichischen Buchhandels hat „Die schönsten Bücher Österreichs 2008“ gekürt
derstandard.at

MEDIEN & MÄRKTE

Spielwaren: Zu Beginn der Nürnberger Spielwarenmesse zieht die Branche Bilanz. Im Jahr 2008 hat sie ihren Umsatz um knapp 1% auf 2,3 Mrd Euro erhöht. Beherrschendes Thema in Nürnberg ist aber die Pleite des Modelleisenbahnbauers Märklin.
faz.net, tagesspiegel.de

Berlinale startet in Berlin mit so vielen deutschen Filmen wie lange nicht.
welt.de, weitere Berichte: tagesspiegel.de

New York Times: Die finanziell angeschlagene US-Zeitung denkt darüber nach, für ihre Artikel im Internet Geld zu verlangen.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 15)

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