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Licht und Schattenmonat

Bis vor zwei Jahren war der Juni im Sortiment ein relativ ruhiger und unauffälliger Monat. Mit Ausschlägen von höchstens +5,6% (1999) bis –6,8% (2002) bewegte er sich in gemäßigten Wellenbewegungen. Dann, so scheint es, kam die Fußball-WM 2006 nach Deutschland und brachte alles durcheinander.
Seitdem zerrt der Sommermonat mit fast oder deutlich zweistelligen Ausschlägen an den Nerven der Sortimenter: 

  • Im Jahr der Fußball-WM trieben das Sportereignis und eine Hitzewelle die Konsumenten aus den Buchhandlungen auf die Fanmeilen und in die Biergärten. Verheerende Bilanz in der buchreport-Umsatzstatistik: –9,4%.
  • Im Juni 2007 entschädigte dafür ein spektakulärer Zuwachs von 19,5% für den Fußball-Blues des Vorjahres.
  • Dass angesichts dieser Vorlage die Juni-Bilanz dieses Jahres kaum im Plus landen konnte, war zu erwarten. Dennoch: Das dicke Minus von 11,5% ist ein enttäuschend deutliches Ergebnis.

Fußball contra Buchhandelsumsatz

Auf der Suche nach Gründen für den zweistelligen Umsatzeinbruch kommen unerfreulich wenige Einmaleffekte zum Vorschein:

  • Das Medien-Großereignis Fußball-Europameisterschaft lenkte die Aufmerksamkeit vieler Konsumenten vom Buchhandelsangebot ab. Zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Fußball konnten nur vereinzelt Impulse im Buchhandel setzen, wie etwa das Ballspiel-Brevier „Fußball unser – Die EM-Edition“ der „Süddeutschen Zeitung“ (beste Platzierung: Rang 41 auf der „Spiegel“-Bestsellerliste Sachbuch).
  • Anders als im Vorjahr beeinflusst kein kalendarischer Sondereffekt das Ergebnis. Während 2007 im Vergleich zu 2006 ein Verkaufstag mehr zur Verfügung stand, weil das Pfingstfest in den Mai gerutscht war, gab es in diesem Jahr mit 25 Handelstagen ebenso viele wie im Vorjahr.
  • Auch eine Hitzewelle hat die Handelslandschaft heuer nicht heimgesucht. Das Wetter in den Juni-Wochen verdiente allenfalls tageweise das Prädikat „ganz passabel“.

Allgemein gedämpfte Kauflaune

Dafür bieten sich zur Erklärung des Juni-Einbruchs längerfristige Entwicklungen an, die auch die Aussichten für die kommenden Monate eintrüben:

  • Allgemein ist die Kauflaune der deutschen Verbraucher gedämpft. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sah bereits im Mai aufgrund steigender Lebensmittel- und Energiekosten die Ausgabenneigung der Konsumenten im Sinkflug und fürchtet, dass er sich in den nächsten Monaten fortsetzt.
  • Bis auf die seit Monaten erfreulich aufstrebenden Hardcover-Romane stecken alle Warengruppen tief im Minus – bis auf das Schulbuch sogar alle zweistellig (siehe Warengruppenstatistik in buchreport.express).

Schwache Hoffnung lässt die Entwicklung der vergangenen Wochen keimen: Nach den verheerenden Rückgängen in der 24. (–11,6%), 25. (–8,1%) und 26. Kalenderwoche (–12,7%) könnte das moderate Minus von 4,3% in KW 27 wenigstens auf eine Abschwächung des negativen Trends hindeuten.

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