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Kommentar
Freitag, 24. August 2012 (11:42 Uhr)


Daniel Lenz über die Entwicklung der E-Book-Märkte

Keine Zeit verlieren

Die Revolution auf dem US-Buchmarkt hat an Tempo verloren. Die Zuwachsraten im Geschäft mit digitalen Büchern fallen bei großen Verlagen nicht mehr drei-, sondern zweistellig aus. Verlagsberater Mike Shatzkin meint, die Old Economy der Branche habe offenbar mehr Zeit als bisher gedacht, ihre Infrastruktur ans neue Umfeld anzupassen. Das stimmt zwar vielleicht, ist aber eine mitunter gefährliche Annahme.

Die Gefahr liegt in der möglichen Schlussfolgerung von Verlagen und Buchhandlungen, angesichts der Tempobremse jetzt erst einmal abzuwarten, wie sich die Branche verändert, nach dem Motto: Vielleicht ist das E-Book doch nur ein großer Hype. Gegenargumente: Der„Hype“ hat zum Tod von Borders beigetragen. Und: Selbst bei zweistelligem Wachstum dürften E-Books, die aktuell in den USA zwischen 20 und 30% Marktanteil haben, schon bald die Hälfte des US-Buchmarktes ausmachen. Schließlich: Sollte das Agency-Modell kippen, könnte der Markt wieder an Rasanz gewinnen – zumindest der Marktakteur, der mit A anfängt und mit „zon“ aufhört.

Hierzulande wäre ein Abwarten ebenso fatal. Zwar ist der Marktanteil der
E-Books einstellig, doch die hohen Zuwachsraten zeigen, dass der deutsche die Entwicklung des US-Marktes zeitverzögert nachvollzieht. Mit einem Unterschied: In der Aufbauphase waren in den USA Lesegeräte wie der Kindle der Wachstumsmotor der digitalen Buchbranche. Inzwischen regieren dort und hier Tablets, auf denen Bücherlesen in unmittelbarer Konkurenz zum Internet, zu Musik, Podcasts, Filmen, Spielen und Fernsehen steht. Abwarten hieße hierzulande auch: Im Kampf der Medien um Aufmerksamkeit kapitulieren.



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