Typografische Wortzerlegung

Hier gehen augenzwinkernde Kritik und wirkungsvolle Präsentation Hand in Hand: Die Buchhändler von Hilberath & Lange in Mülheim an der Ruhr nehmen die Neugestaltung der „Marco Polo“-Reiseführer charmant auf die Schippe – und bereiten dadurch der führenden Marke im Segment einen Schaufenster-Auftritt mit Hingucker-Garantie (Foto: Hilberath & Lange).

Im Mittelpunkt der Präsentation steht die „typografische Wortzerlegung“, wie Brigitta Lange die neu gesetzten Destinationsnamen auf den Buchcovern bezeichnet. Zum 25. Jubiläum hat MairDumont seiner Erfolgsreihe ein Facelift spendiert, einschließlich mutigem Schriftsatz: Der Name der Insel Usedom etwa verteilt sich nach dem Relaunch nun über zwei Zeilen, fein säuberlich zerlegt in die Silben „USE“ und „DOM“.

„Jede Kollegin, die die Neugestaltung der Titel sah, stellte – frei nach Grönemeyer – die identische Frage ‚Was soll das?‘ gefolgt von der Frage ‚Wo liegt das?‘“, sagt Lange angesichts weiterer gewöhnungsbedürftiger Worttrennungen wie  SIN – GAP – UR und wirft die Frage auf, ob eine solche, potenziell Verwirrung stiftende, Gestaltung bei funktionalen Titeln wie einem Reiseführer („der ja das Ziel hat, schnelle Information und Orientierung zu bieten“) ein kluger Schachzug sei.

Für MairDumont dürfte sich das Facelift aus Marketingsicht schon jetzt gelohnt haben: Der Relaunch verschafft der etablierten Reihe im Jubiläumsjahr neue Aufmerksamkeit. Die ersten 80 Titel im neuen Gewand und mit neuer Ausstattung wurden, begleitet von diversen Medienreflexen, im Januar in den Handel ausgeliefert, wo sie nun, auch dank der kreativen Worttrennung, für Aufmerksamkeit sorgen. Lange: „Uns hat die Neugestaltung nach Auslieferung der Titel immerhin zu einer Schaufenstergestaltung angeregt.“ Die alternativen Covergestaltungen und Wortneuschöpfungen à la „Sing a Pur“ bereiteten der Kundschaft „seit zehn Tagen großes Amüsement“.

Mehr zum Relaunch der „Marco Polo“-Reihe sowie weitere Neuheiten und Trends im Reisesegment im buchreport.spezial „Reise & Touristik“, das dem buchreport.magazin 2/2016 beiliegt (hier zu bestellen)

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