Polizisten-Promi Rainer Wendt landet Bestseller

Für die „Bild“ ist klar: Rainer Wendt ist „Deutschlands bekanntester Polizist“, wahlweise auch der „Top-Polizist“. Unter diesen Bezeichnungen veröffentlichte die Tageszeitung in der vergangenen Woche mehrfach Auszüge aus Wendts aktuellem Buch „Deutschland in Gefahr. Wie ein schwacher Staat unsere Sicherheit aufs Spiel setzt“. In dem Buch fordert der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft laut seinem Verlag Riva einen starken Staat, „denn nur der hat die Macht, die Bürger zu schützen und gegen diejenigen anzutreten, die unsere Demokratie, unsere Verfassung, das Recht und die Gerechtigkeit mit Füßen treten“.

Oder wie es im „Bild“-Sprech heißt: Wendt „schlägt Alarm!“ Die Vorabveröffentlichungen werden ihren Teil dazu beigetragen haben, dass sich das Buch in der ersten Woche nach Erscheinen als höchster Neueinsteiger in der SPIEGEL-Bestsellerliste Hardcover-Sachbuch auf Rang 4 platziert.

Andere Medien sind Rainer Wendt wegen seiner plakativen Kommentare zu Flüchtlingen, Justiz, Schulsystem und anderen gesellschaftlichen Themen nicht so wohlgesonnen wie der Boulevard. Im „Tagesspiegel“ ärgert sich etwa der WDR-Journalist Henrik Hübschen über den prominenten Platz in der „Bild“: „Ich finde es unverantwortlich, dass der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft sich in der aufgeheizten gesellschaftlichen Stimmung als ‚Sarrazin 2016‘ profiliert.“ Laut „Berliner Zeitung“ sorge das Buch für „harsche Kritik“. „Alles nicht ganz falsch. Aber alles auch recht pauschal. Ist das nicht zu alarmistisch?“, fragt das „Hamburger Abendblatt“.

Foto: Friedhelm Müller

Kommentare

1 Kommentar zu "Polizisten-Promi Rainer Wendt landet Bestseller"

  1. Oberflächliche und einseitige Darstellung der Problemsichten zu Staat und Gesellschaft der heutigen zeit, ohne gründliche Analyse und historische Einordnung. Die Schrift trotzt mit Allgemeinplätzen zu Polizei, Rechtsstaat, Bildung und Politik ohne Tiefgang mit Ursachen und Wirkungszusammenhängen. Die vermeintlichen Lösungen der Probleme sind aus dem „Bauch“ gezaubert und offensichtlich klientelorientiert. Sie sind nicht geeignet, die vorhandenen Systemdefizite unserer Gesellschaft auch nur ansatzweise zu überwinden. Dem Autor sei geraten, dieses „Buch“ auf einige Thesen zu konzentrieren und auf Gewerkschaftsebene zu belassen. Dem einfachen Polizisten wird dieser Beitrag nicht helfen, eher peinlich sein. Die Polizei hat bessere Dienstherren und Politiker verdient. Ein weitere intellektueller und kultureller Tiefpunkt in der gegenwärtigen Debatte scheint mit dieser Veröffentlichung erreicht zu sein.

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