Monatspass

Auf dem Weg zur Anfixmaschine

Für Bücher werden nicht mehr zwingend Regalbretter benötigt, eine virtuelle Bibliothek tut es auch. Unter diesem Credo wurde der Berliner E-Book-Verlag „Shelff“ gegründet, der Neuerscheinungen und vergriffene Werke in digitaler Form veröffentlichen will. Mit an Bord ist auch der frühere Blumenbar-Verleger Wolfgang Farkas. Das Konzept erläutert Mitgründer Fabian Thomas (Foto) in der buchreport-Start-up-Serie. 
Ihr Konzept in 3 Sätzen:
shelff ist ein Verlag in Gründung und will neue publizistische und literarische Formen ermöglichen. shelff steht für unabhängiges Publizieren, das in Zukunft nicht mehr zwingend das Vorhandensein von Regalbrettern (engl.: shelf) voraussetzt – und das sich gleichzeitig vom einzelkämpferischen Self-Publishing abgrenzt. Die ersten Titel werden in diesem Herbst erscheinen.
Ihr Einstieg in die Branche:
Über die üblichen Praktika und dann als Projektleiter bei „TUBUK. Nicht jedes Buch.“, wo mir die Bedeutung von Blogs und sozialen Netzwerken für die Buchbranche besonders klar geworden ist. Mein Umzug nach Berlin hat den Wunsch beflügelt, selbst zu verlegen. Und wenn, dann digital.
Ihre erste morgendliche Tat im Büro:
Früher haben wir im Büro geschlafen, heute arbeiten wir im Bett, hat mal einer gesagt. So ist es bei uns nicht. Aber ein Büro gibt es zur Zeit nicht, wozu auch?
Ihr letztes Telefonat:
Mit meinem Kollegen Johannes Herseni über den Entfesselungskünstler Harry Houdini, der in unserem ersten Newsletter shelffmail #1 gewürdigt wird.
Ihr Geheimtipp für Existenzgründer:
Es gibt keine Geheimtipps, nicht einmal Tipps. Man tut, was man kann. Wir sind sieben Leute, und jeder weiß und kann etwas, das der andere nicht weiß und kann.
Ihre größten Stolpersteine:
Die Netzabdeckung auf Langstreckenfahrten mit der Deutschen Bahn.
Ihr peinlichster Tweet oder Facebook-Post:
Den Safety Dance von Men Without Hats habe ich vor kurzem mit der Widmung „Für Suhrkamp“ gepostet. War aber eigentlich nicht peinlich, sondern wohlwollend gemeint.
Was Google von Ihnen besser nicht wüsste:
Wir haben bisher einen Google Alert erhalten. Der war in Ordnung.
Ihr Unternehmen in 5 Jahren:
In fünf Jahren ist shelff eine riesige Anfixmaschine mit obsessiven Ideen, die sich verselbständigen, so ähnlich hat es mein Kollege Andreas Hofbauer einmal formuliert. Man könnte auch sagen: Eine unabhängige Plattform für elektronisches Publizieren, mit weltweiten Wohnzimmerclubkonzertabenden. Wie auch immer man es nennt – wir können und wollen es nur in die Wege leiten, anschieben, Kurs halten. Letztlich sind es die Leute selbst, die den Verlag machen.

Im buchreport Startup-Check bislang erschienen:

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