Erschwingliche E-Books

Der brasilianische Bestseller-Autor Paulo Coelho verkauft elf seiner E-Books (ausgenommen „Der Alchimist“) jetzt für 0,99 US-Dollar. Das berichtet der „Schweizer Buchhandel mit Verweis auf den Branchendienst „Publishers Weekly“.

Die Preissenkung wurde von Coelhos Agentin Monica Antunes mit seinem Verlag HarperCollins ausgehandelt und betrifft nur Amazons Kindle-Shop und den E-Book-Shop von Barnes & Noble in den USA und Kanada. Mit seinen spanischen und portugiesischen Verlegern verhandelt die Agentin noch. Seine deutschen E-Books (bei Diogenes erhältlich) sind nicht betroffen.

Coelho selbst bezeichnet die Aktion als entscheidenden Schritt, ist er doch seit langem als Verfechter von freien digitalen Inhalten bekannt (wie im Februar 2010 im buchreport.blog-Beitrag berichtet). Er vertritt die These, dass freie E-Books den Leser zum Kauf der Printausgabe anregen. Erst kürzlich rief der Bestseller-Autor in einem Blogbeitrag mit dem Slogan „Pirates of the world, unite and pirate everything I’ve ever written!” freimütig zur Vervielfältigung seiner Werke auf.

Jetzt habe er immerhin erreicht, dass seine digitalen Bücher „weniger als eine Tasse Kaffee kosten“, schreibt Coelho in seinem Blog. Wie zu erwarten war, wird das Angebot von seinen Lesern gerne angenommen: Dies zeigen die Verkaufsränge von Coelhos E-Books bei Amazon, wo laut „Publishers Weekly“ alle reduzierten Titel unter den Top 300 zu finden sind. Es stellt sich dann die Frage, was nach der Aktion letztlich bei Verlag und Autor hängen bleibt und inwieweit auch die gedruckten Werke vom Empfehlungsmarketing profitieren.

Kommentare

2 Kommentare zu "Erschwingliche E-Books"

  1. Pole Poppenspaeler | 7. Mai 2012 um 20:31 | Antworten

    Herr Coelho nimmt wohl weder seine Texte noch eBooks ernst. Ob er schon einmal daran gedacht hat, dass es irgendwann (bald) schon keine Printauflagen mehr geben könnte? Dann kommt er mit eBook-Preise mit 0,99 oder free in Bedrängnis… Bleibt außerdem die Frage, warum er seinem Werk in digitaler Form soviel weniger Wert beimisst, als in Papierform. Sein Anteil am Werk ist doch in jedem Falle gleich.

  2. Norbert Gillmann | 7. Mai 2012 um 16:48 | Antworten

    Endlich mal eine positive Meldung zur flexiblen Preisgestaltung von e-books. Mein Interesse an Coelho´s Bücher liegt ungefähr bei 0,01 auf der Skala bis 100, doch diesen Schritt finde ich völlig richtig. Die meisten Autoren geben frühzeitig die (Preis-)Kontrolle aus der Hand (das mag gute und nachvollziehbare Gründe haben) und überlassen diese ihren Verlagen.
    Doch solange das Preisverhältnis von Print und e-book bei ca. 1 : 0,85 stagniert, werden die digitalen Bücher für den Buchhandel keine Erfolgsstory werden. Schade eigentlich.

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