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Ludwig prägte den Bahnhofsbuchhandel

Der Namensgeber der Bahnhofsbuchhandlungen LUDWIG hätte am 27. Juni seinen 100. Geburtstag gefeiert. Nach dem 2. Weltkrieg prägte er wie wohl kaum ein anderer die Entwicklung des Presse- und Buchhandels der entstehenden Bundesrepublik.
Von 1946 bis 1988 baute er die geschichtsträchtige Bahnhofsbuchhandlung im Kölner Hauptbahnhof auf, 1988 erwarb der Stuttgarter Bahnhofsbuchhändler Dr. Adam-Claus Eckert das Kölner Unternehmen und übernahm den Namen
LUDWIG. für die großen Bahnhofsbuchhandlungen seiner Handelsgruppe. Somit steht LUDWIG. bis heute für die besondere Kombination von aktuellen Presse- und Buchgeschäften in zehn deutschen Bahnhöfen.
Am 27. Juni 1909 wurde Gerhard Ludwig im Berliner Stadtteil Wedding geboren. Bereits im Alter von neun Jahren trug er durch den Straßenverkauf von Zeitungen zum Lebensunterhalt der Arbeiterfamilie bei. Nach dem Abitur begann er im Berliner Verlag August Scherl eine Lehre als Zeitungskaufmann. 1936 ging Ludwig zur Frankfurter Societäts-Druckerei, wo er bis 1939 Werbeleiter der „Frankfurter Zeitung“ war. 1940 kam Ludwig als Werbeleiter des M. DuMont Schauberg Verlags nach Köln. 1942 wurde er vom NS-Regime „wegen politischer Äußerungen“ verhaftet und kam erst 1945 frei.
Nach einem kurzen Intermezzo als Verlagsleiter in Tübingen erhielt er 1946 von den Briten die Lizenz für den Zeitungsverkauf im fast zerstörten Kölner Hauptbahnhof. Am 27. Juni startete Ludwig mit einem provisorischen Stand, 1947 öffnete das erste Zeitungsgeschäft. 1949 folgte die erste „Buchhandlung auf dem Gelände der Deutschen Bundesbahn“.
Am 6.12.1950 lud Ludwig zum ersten von 260 Mittwochgesprächen in den Kölner Hauptbahnhof. Diese Mittwochgespräche – von manchen auch als „erste Talkshow“ bezeichnet – wurden zur „kulturellen Instanz“ und zur
„Schule der Demokratie“.
1957 eröffnete Ludwig „den ersten Taschenbuchladen der Bundesrepublik“, erneut eine Pioniertat, denn das Geschäft war bereits ein „Selbstbedienungsladen“, wo die Kunden in Ruhe stöbern konnten.
Gerhard Ludwig zog sich, 79jährig, aus dem aktiven Berufsleben zurück und verkaufte seine Kölner Buchhandlung zum 1.1.1988 an Dr. Adam-Claus Eckert.
Am 19. April 1994 starb Gerhard Ludwig 84jährig in Köln.

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