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Polen: Aufschwung zu Ende

Polnischer Buchmarkt tritt auf die Bremse

1 Buchkonjunktur: Mit einem Umsatzminus von 7,8% auf umgerechnet 606 Mio Euro hat der Aufschwung im polnischen Buchmarkt vergangenes Jahr ein jähes Ende gefunden. Überrascht hat dieser Einbruch jedoch kaum jemanden, denn seit Januar 2011 wird erstmals ein Mehrwertsteuersatz von 5% auf Bücher erhoben. Die Verlage hatten vorausschauend auf die Produktionsbremse getreten und die Zahl der Neuerscheinungen um 9% auf 12 180 zurückgefahren.

2 Bildung: Langenscheidt Polska und die englische Pearson-Gruppe (über Pearson Central Europe) wollen gemeinsam auf dem polnischen Buchmarkt wachsen und haben deshalb eine enge Verzahnung ihrer polnischen Aktivitäten auf Vertriebs- und Lektoratsebene vereinbart. Alle Schulbücher und Unterrichtsmaterialien von Langenscheidt werden jetzt exklusiv über Pearson vertrieben und beworben. Darüber hinaus wollen die beiden Verlage gemeinsam Lehrbücher entwickeln.

3 Buchhandel: Der in den letzten Jahren vollzogene Umbau vom reinen Buch- zum vielseitig aufgestellten Medienhändler hat sich für Empik gelohnt. Der zum Einzelhandelskonzern Grupa EMF gehörende Filialist hat 2011 ein Umsatzplus von 10% auf umgerechnet 272 Mio Euro erwirtschaftet. Der Ausbau des eigenen Online-Shops, vor allem aber die Entscheidung der Geschäftsführung, das Nonbook-Sortiment kräftig auszubauen, haben maßgeblich dazu beigetragen.

Die weiteren Aussichten: Weil die Finanzkrise auch vor Polen nicht Halt gemacht hat, sind die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft mäßig.

Bestseller: Nachfrage nach polnischer Literatur nimmt stetig zu

Übersetzungen spielen im polnischen Buchmarkt eine große Rolle und machen mittlerweile mehr als 26% aller Neuerscheinungen aus. Die Topseller aus den USA und Großbritan-nien dominieren die Bestsellerlisten, aber die Nachfrage nach polnischer Literatur wächst vor allem beim älteren Lesepublikum.

  • Die aktuelle Bestsellerliste von Empik weist an der Spitze fast unvermeidlich E.L. James und „Fifty Shades of Grey“ aus.
  • Dauergefragt ist in Polen die Amerikanerin Virginia C. Andrews, die gleich mit mehreren Titeln in der Empik-Bestsellerliste aufscheint.
  • Erfolgreichster polnischer Titel ist die Familiensaga „McDusia“ von Malgorzata Musierowicz auf Platz 2.

Buchmarkt in Zahlen: Polen 

  • Umsatz: 606 Mio €/–7,8%
  • Neuerscheinungen: 12 180
  • Preisbindung: nein
  • Mehrwertsteuer (Bücher/Allgem.): 5%/23%
  • Lizenzvergabe nach Polen: 555 Titel
  • Anteil am dt. Lizenzgeschäft: 6,9%
  • Deutscher Buchexport nach Polen: 22,83 Mio €
  • Zahl der Buchhandlungen: ca. 3000
  • Wichtige Vertriebswege
    – Buchhandel/Buchketten: 41%
    – Supermärkte/Warenhäuser: 14%
    – Direktverkauf/Buchklubs: 17%
    – Internet: 17%
  • Buchmessen:
    Warschauer Buchmesse (9.–13.5.2013, Fachmesse)

Quelle: buchreport/Destatis/„Buch und Buchhandel in Zahlen“/Rynak Ksiazki/Instytut Ksiazki



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