Outsourcing ist Voraussetzung für Innovation

Auf sich verändernden Märkten müssen Verlage oft neue Produkte und Prozesse aufsetzen – und die bestehenden Produkte und Prozesse auf den Prüfstand stellen. Dann stellt sich die Frage des Out- und Insourcings. In einem Webinar widmen sich Uwe Matrisch und buchreport am 10. Mai, 14 Uhr, diesem Thema. Hier weitere Infos.
Inhouse oder outsourcen – wozu neigen die deutschen Publikumsverlage derzeit stärker?
Uwe Matrisch: Es gibt beides. Leider werden die Entscheidungen oft nicht strategisch und strukturiert gefällt. Für neue Aufgaben, strategisch oft wichtige Ansätze, sucht und nutzt man dann externe Dienstleister und kann so Lerneffekte und Know-how-Gewinn aus diesen Projekten nicht vollständig nutzen. Hier wäre selber machen und selber lernen oft sinnvoller. Eingeführte Prozesse werden dagegen inhouse weitergeführt, egal wie die strategische Wertigkeit dieser Prozesse ist. Dabei sind diese Prozesse in der Regel oft gut strukturiert und damit gut outzusourcen, ohne dass man die Kontrolle aufgeben muss.  
Was sind die Ursachen dieser Fehlentscheidungen?
Diese sind vielfältig. Gründe für mangelndes Insourcing sind oft, dass man den kürzesten Weg zum Produkt sucht und dabei die strategische Weiterentwicklung der eigenen Organisation und des eigenen Personals außer Acht lässt. Insourcing kann hier anstrengend und kurzfristig teurer sein. Langfristeffekte werden dabei oft vernachlässigt.
Die Gründe für nicht erfolgtes Outsourcing sind Ängste vor Veränderung und Misserfolg. Nicht selten gibt es negative Erfahrungen mit vorhergegangenen Outsourcingversuchen, bei denen Projektmanagement unzureichend war.
Es wird oft vergessen, dass Outsourcing die Voraussetzungen schafft, neue innovative Wege zu gehen. Nicht selten höre ich in Verlagen bei neuen Projekten, dass man nicht die personellen Resourcen hat, diese zufriedenstellend umzusetzen. Outsourcing eingeführter Prozesse kann darauf eine Antwort sein.   
Was ist der größte Fehler bei der Dienstleisterauswahl?
Es wird zu oft geschaut, was der Dienstleister kann und schon geleistet hat. Der Outsourcing-Dienstleister ist ein Partner, mit dem man zusammen etwas aufbauen will. Daher ist es oft wichtig, die Entwicklungs- und Anpassungsfähigkeit des Dienstleisters richtig einzuschätzen und zu dem entscheidenden Punkt bei der Auswahl zu machen.
Wenn ich einen zweiten Punkt nennen darf: Die Gründe für das Outsourcing müssen für alle transparent sein und klar verfolgt werden. Wenn „Kosten sparen“ an erster Stelle steht und man die Entscheidung für einen Dienstleister an erster Stelle mit dessen innovativer Technologie begründet, muss das zumindest hinterfragt werden.

Zur Person: Uwe Matrisch hat Verlagsherstellung in Leipzig studiert. Nach dem Studium baute er die Herstellungsabteilung beim Leipziger Dienstleister le-tex auf. Hier wurden typische Herstellungstätigkeiten aus dem Verlag als Outsourcing-Dienstleistung angeboten. Parallel dazu hatte er Lehraufträge im Bereich elektronisches Publizieren an der HTWK in Leipzig und übernahm das Account Management bei le-tex. Beim französischen Dientleister Jouve sammelte er Erfahrungen mit internationalen Standorten und dem Outsourcing industrienaher Dienstleistungen. Seit Oktober 2015 arbeitet er beim Konvertierungs-Dienstleister Konvertus und begleitet Offshoring-Projekte von Verlagen. 

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