Keine große Geheimniskrämerei betreiben

Oliver Pux, Teamleiter Vertrieb Digital bei Bastei Lübbe und Peergroup-Leiter E-Book im BörsenvereinArbeitskreis Elektronisches Publizieren (AKEP), geht davon aus, dass der E-Book-Markt weiter wachsen wird, vor allem in der Belletristik. Im Interview analysiert er die aktuellen Entwicklungen im Digitalbuch-Segment und appelliert an die Verlage, mit den eigenen E-Book-Daten keine Geheimniskrämerei zu betreiben.

Der E-Book-Markt wächst 2015 deutlich langsamer. Ist der Markt gesättigt?

In den letzten Jahren ist der E-Book-Markt sehr stark gewachsen und es war klar, dass irgendwann ein erster Dämpfer erfolgen wird. Tatsache ist aber auch, dass die Digitalisierung weiter voran schreitet und auch nicht mehr weg geht. E-Books werden auf Dauer eine wichtige Ausgabeform für Buch-Content sein und der Markt wird weiter wachsen, besonders im belletristischen Bereich. Irgendwann wird sich dann das Verhältnis Print – Digital in einem relativ festen Verhältnis einpendeln.

Die Zahlen des Börsenvereins und die der Logistikumfrage der Zwischenbuchhändler widersprechen sich. Welche Daten bilden die Marktsituation realistischer ab?

Bookwire und Readbox haben gerade hohe Wachstumszahlen im Bereich von über 45% vorgelegt. Getrieben werden diese hohen Quoten vor allem durch belletristische Titel und hier besonders aus den Bereichen Thriller, All Age, Memoir und Romance. Bei einer Betrachtung anderer Genres dürfte die Steigerungsquote eher niedriger sein. Sachbücher, Kinder- und Jugendbücher sowie klassische Ratgeber/Lebenshilfe tun sich im E-Book-Markt eher schwerer. Es hängt also bei den Aussagen der digitalen Distributoren eher am Verlags-Portfolio. Hinzu kommt, dass keine dieser Aussagen eine realistische Aussage über die Marktsituation treffen konnte. Das, fürchte ich, kann im Moment niemand. Diese Aussagen wurden ja nur für die eigene Auslieferung getroffen. 

Was ist die Schwierigkeit bei den Marktdaten? Müssen die Verlage mehr und aktuellere Marktdaten liefern?

Wieso die Verlage? Gerade die Verlage benötigen Marktdaten und eine aussagekräftige Bestsellerliste, die auch allen neuen Marktteilnehmern und Marktgegebenheiten gerecht wird. GfK und Media Control blockieren sich gegenseitig und alternative Möglichkeiten, wie der E-Book-Monitor von Publishing Data Networks werden von zu wenigen Verlagen unterstützt. Eine paradoxe Situation, da nun keiner aussagekräftige Daten erhält. Ich kann nur an alle Verlage appellieren, mit den eigenen Daten keine unverhältnismäßig große Geheimniskrämerei zu betreiben und dafür zu sorgen, dass aussagekräftige und verifizierbare Marktdaten vorliegen. Das ist zum Besten von Verlagen, Autoren, Lesern und dem gesamten Markt.

Das vollständige Interview lesen Sie im buchreport.express 30/2015, hier zu bestellen.

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