Das Paperback zeigt seinen Januskopf

Das Taschenbuch verliert nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande an Boden. Die Umsätze schrumpften 2012 deutlich (–4%), die  Durchschnittsauflagen sinken, und die Verlage drosseln ihre Novitäten-Produktion (ausführlich analysiert im buchreport.express 14/2013, hier zu bestellen). Im Interview beschreibt Bastei Lübbe-Vertriebsschef Klaus Kluge (Foto), wie E-Books und Paperbacks den Markt durcheinanderwirbeln.

Wie wirken sich Paperbacks und E-Books bei Bastei Lübbe auf die Produktion von Ta­schen­büchern aus?
Die Zahl der Leser und Käufer lässt sich nicht beliebig vermehren, leider. Die deutlichen, mittlerweile zweistelligen Umsatzanteile im digitalen Bereich bremsen zumindest auf längere Sicht das gewohnte Wachstum im Taschenbuch. Das Paperback als Zwischenformat zeigt uns sein janusköpfiges Gesicht. Gerade im Spannungsgenre, aber auch bei der leichten Unterhaltung bietet es die Möglichkeit, Autoren zu verlegen, die als höherpreisiges Hardcover kaum eine Chance beim Leser hätten. Gleichzeitig fehlen diese Titel dann als Originalausgaben im Taschenbuch. Und bei der möglichen Zweitverwertung holen uns die güns­tigen Paperbackpreise wieder ein …
Gibt es Verlagerungen auf den Vertriebswegen, weil das Sortiment jetzt vielleicht eher auf Paperbacks setzt?
Das Taschenbuch spielt in den Nebenmärkten traditionsgemäß eine bedeutende Rolle, aber auch das Paperback findet dort seine Leser, wenn die Trinität Thema, Autor, Preis stimmt. Relevante Verlagerungen können wir für unser Haus aber nicht feststellen.
Gibt es Spielräume bei den Preisen?
Immer mehr Verlage versuchen, die scheinbar zementierte 10-Euro-Preisschwelle im Taschenbuch zu knacken. Bislang gelingt das nur in Einzelfällen, wünschenswert wäre es in der Breite. Aber wir können den Kunden nun mal nicht zwingen, das Portemonnaie weiter zu öffnen. Zumal die Entwicklung bei E-Books in die entgegengesetzte Richtung weist; dort findet Marketing wesentlich über den Preis statt, und gerade der Deutsche ist ein erklärter Freund der Schnäppchenpreise… Was bleibt, ist, bei gesetzten Namen wie Dan Brown, Ken Follett, Rebecca Gablé Preise festzusetzen, die den Leistungen und dem Renommee dieser Autoren gerecht werden. Und die so als Stimulans dienen können für weitere tastende Schritte in die ökonomisch angesagte Richtung.
Das komplette Interview ist im buchreport.express 14/2013 nachzulesen.

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