Entscheidende Fingerzeige

Deutschsprachige Literatur von jungen Autoren werden in den großen Verlagshäusern momentan gerne gesehen und ins Programm genommen. Im vierten Teil der Reihe zu debütierenden Schrifstellern stellt buchreport.de Cornelia Travnicek (Foto) vor. Die Österreicherin veröffentlichte ihren ersten Roman „Chucks“ bei der DVA.

© Hermann Rauschmayr

Mein Roman in drei Sätzen.
Wenn ich meinen Roman in drei Sätzen zusammenfassen könnte, hätte ich keinen Roman schreiben müssen. (Im Zusammenfassen bin ich aber überhaupt sehr schlecht – meine Agentin meinte zumindest, das Exposé zu „Chucks“ wäre grauenhaft gewesen.) Nachdem jetzt nur noch ein Satz über ist: Es geht um Mae, das Leben, die Liebe und den Tod – und sie ist es wert sie kennenzulernen.

Meine literarischen Vorbilder.
Konkrete literarische Vorbilder habe ich nicht. Ich lese sehr viel, auch Bücher der unterschiedlichsten Genres, und ich finde Texte von verschiedensten Schriftstellern und Schriftstellerinnen inspirierend – auch gut gemachte Sci-Fi und Fantasy.

Mein Weg zur DVA.
Meinen Weg zur DVA habe ich mithilfe meiner Agentur gefunden. Als Österreicherin mit wenigen Kontakten in der deutschen Literaturszene war es sehr gut, kompetente Unterstützung bei der Verlagssuche in Deutschland zu haben. Ich hatte es dabei sicher auch einfacher, da es nicht meine erste Veröffentlichung war.

Was meine Lektorin getan hat.
Die Zusammenarbeit war gerade intensiv genug. Ich hatte nie das Gefühl, dass zu viel in meine Arbeit eingegriffen wird. Meine Lektorin hat vor allem den Finger an die richtigen Stellen im Manuskript gelegt. Man spürt zwar selbst meistens, wenn noch etwas fehlt, nicht richtig klingt oder zu viel ist, nur welche Stelle es genau ist, dass kann man schwer sagen. Wenn aber jemand anders hinzeigt, wird es für einen selbst auch sichtbar und man kann daran arbeiten. Bei mir als Österreicherin kam dazu, dass das ganze Manuskript etwas „eingedeutscht“ werden musste. Meine Lektorin hat also ein bisschen Integrationshilfe betrieben.

Gedruckt oder digital?
Wie ich gelesen werde, darüber mache ich mir wenig Gedanken, es geht ja darum, dass man gelesen wird. Selbst lese ich meistens gedruckte Bücher. Ich sehe allerdings die Möglichkeit, dass sich meine Lesegewohnheiten für bestimmte Textsorten bald ändern. Ich besitze zum Beispiel seit Kurzem ein Tablet und habe auch schon Bücher darauf geladen.

Meine Lieblingsbuchhandlung.
Zum einen das Phil in Wien – eine gelungene Mischung aus (fast) allem! Im Phil kann man eine ausgezeichnete heiße Schokolade trinken, das Buch kaufen, über das eben gesprochen wurde, die CD, die einen Moment vorher lief und sogar das Sofa, auf dem man gerade sitzt! Zum anderen ist es jede Buchhandlung, in denen eine dieser Personen arbeitet, die einfach jedes Buch kennt – ganz egal, was ich suche und sogar wenn ich es selbst nicht weiß.

Der Literaturbetrieb.
Die erste Buchmesse ist schon etwas Beeindruckendes, unter Umständen sogar Angsteinflößendes – man hat die Befürchtung gleich einmal verloren zu gehen. Auch der Literaturbetrieb an sich ist unübersichtlicher und komplizierter, als man am Anfang vielleicht glauben möchte. Da tut es gut, nicht allein dazustehen, sondern Freunde unter anderen jungen Autorinnen und Autoren zu finden, mit denen man sich austauschen kann.

Mein Plan B.
Weiterschreiben – das Schreiben ist keine Frage des Erfolges. Das Geld muss man dann eben anders verdienen, aber nachdem ich zwei ganz brauchbare Bachelor-Studien abgeschlossen habe, manche ich mir da momentan keine Sorgen.

Cornelia Travnicek: Chucks
192 S., DVA, 14,99 E, ISBN 978-3-421-04526-3

Bislang sind in der Serie folgende Teile erschienen:  

Zur Person
Cornelia Travnicek wurde 1987 in St. Pölten, Niederösterreich, geboren. Sie studierte an der Universität Wien Sinologie und Informatik und arbeitet nun als Researcher in einem Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung. Für ihre literarischen Veröffentlichungen erhielt sie Arbeits- und Aufenthaltsstipendien und wurde mehrfach ausgezeichnet. Beim FM4, dem wichtigsten Nachwuchswettbewerb Österreichs, belegte sie mit einen Auszug aus ihrem Romandebüt „Chucks“ den dritten Platz.

Cornelia Travnicek: Chucks
192 S., DVA, 14,99 E,
ISBN 978-3-421-04526-3

Die komplette Serie lesen Sie im buchreport.magazin 3/2012 (hier zu bestellen)

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