Im Zweifel für den Autor

Dass Canongate die „Unautorisierte Autobiografie“ von Julian Assange gegen dessen Willen veröffentlichte, hat in der letzten Woche hohe Wellen geschlagen. Die Option auf die deutsche Übersetzung lag bislang in Köln auf dem Tisch von Kiepenheuer & Witsch (KiWi). Doch anders als der schottische Verlag haben sich die Kölner nun gegen eine Veröffentlichung entschieden.

Weil Assange das Werk nicht autorisiert habe, werde das Buch nicht bei KiWi erscheinen, heißt es vom Verlag auf Nachfrage von buchreport.de.

In der vergangenen Woche hatte auch Knopf Publishers aus den USA erklärt, die Autobiografie nicht zu veröffentlichen (hier).

Der Wikileaks-Gründer, der aktuell in Großbritannien unter Hausarrest steht, weil er verdächtigt wird, in Stockholm zwei Frauen sexuell missbraucht zu haben, hatte versucht, die Originalfassung zu verhindern. Darin schildert er erstmals in einem ganzen Kapitel die Hintergründe der Vergewaltigungsvorwürfe aus seiner Sicht.

Canongate hat Assange nach eigenen Angaben vor die Wahl gestellt, entweder die Veröffentlichung abzusegnen, oder den Vorschuss (angeblich 400.000 Pfund) zurückzuzahlen – und am Ende, da Assange den Vorschuss nicht zurückgezahlt habe, das Buch veröffentlicht.

Inzwischen hat Assange die Mitschriften der Telefonate mit Canongate-Chef Jamie Byng und die sonstige Korrespondenz mit dem Verlag veröffentlicht (hier). Demnach hat Byng dem Wikileaks-Chef noch Mitte Juni zugesichert, nicht gegen seinen Willen die Autobiografie zu veröffentlichen.

Laut Bookseller ist die Autobiografie in Großbritannien schwach gestartet. Gerade einmal 644 Exemplare seien an den ersten drei Tagen verkauft worden, trotz riesigen Medienechos.

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