Fachmesse mit Schaufenster

Viele Großstädte haben ein Literaturfest, in diese Tagen steht auch New York i Zeichen der Bücher. Organisiert wird die „New York Book Week“ von der Buchmesse BEA.

Köln hat die lit.Cologne, Edinburgh sein International Book Festival, die Hamburger gehen zur Harbour Front und so weiter. Für viele Großstädte rund um den Globus gehört ein eigenes Bücherfest mittlerweile zum guten Ton. Seit dem 23. und bis zum 29. Mai reiht sich erstmals auch New York mit der „New York Book Week“ in den Reigen ein.

Die Buchwoche am Hudson ist eine Idee von Steve Rosato, dem neuen Direktor der BookExpo America (BEA), unter deren Dach die Veranstaltung auch angesiedelt ist. Ro­sato sitzt zwar erst seit Februar auf dem Chefsessel, ist aber ein BEA-Urgestein und hat schon seit Längerem darüber nachgedacht, wie die BEA zum einen sich selbst, zum anderen einen ihrer größten Aktivposten, die Autoren, besser vermarkten kann.

Bis zu 500 Autoren folgen jedes Jahr der Einladung ihrer Verlage zur BookExpo. Rosato: „Es gibt meines Wissens keine Veranstaltung in den USA, bei der mehr Schriftsteller zusammenkommen; aber außerhalb der Messehalle hat bislang kaum jemand etwas davon mitgekommen. Dieses Vakuum will ich füllen.“

Branchentreff mit Publikumsableger

Das Konzept der „New York Book Week“ erinnert an „Leipzig liest“, das im Rahmen der Leipziger Buchmesse stattfindet. Doch anders als der Branchentreff in Ostdeutschland ist die BEA eine Fachmesse, zu der das Publikum nicht zugelassen ist, ein Status, an dem zumindest auf absehbare Zeit auch nicht gerührt werden soll. „Ich denke, dass wir jetzt ein komfortables Konzept gefunden haben, mit der die BEA Imagewerbung nach außen betreiben kann.“

Mehr als 100 Schriftsteller machen nach aktuellem Stand bei der Premierenveranstaltung mit, darunter Hochkaräter wie Scott Turow, Jonathan Franzen, Lee Child und Sara Gruen. Die Lesungen, Signierstunden und Diskussionen finden u.a. bei Barnes & Noble sowie lokalen Indie-Buchhändlern wie McNally Bookshop und Book Culture statt. Auch die New York Public Library sowie die Stadtbibliothek von Brooklyn und Szenetreffs wie Housing Works und 92nd Street Y machen mit. Das Interesse an der Buchwoche nimmt ständig zu, erst vor wenigen Tagen ist Großbuchhändler Borders ins Boot gekommen. Insgesamt rechnet der BEA-Chef mit über 50 Veranstaltungen.

Die Kosten sind laut Rosato „minimal“ und verteilen sich auf mehrere Schultern:

  • Die Buchmesse steuert das Logo und werbliche Maßnahmen bei.
  • Die Verlage stellen die Autoren ab, die ohnehin in der Stadt sind.
  • Die einzelnen Termine werden von den Veranstaltern in eigener Regie ausgerichtet.

2010 ist ein Testlauf, doch Rosato ist zuversichtlich, dass der New Yorker Veranstaltungskalender langfristig Platz für seine Buchwoche hat. „New York ist die Verlagshauptstadt der Welt. Es ist doch eigentlich eine logische Konsequenz, dass wir uns hier zusammentun, um für Autoren, Bücher und die Buchbranche zu werben.“

Anja Sieg, sieg@buchreport.de 

www.bookexpoamerica.com

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