Frech und fragil

Die Schriftstellerin Mercedes Lauenstein (Foto), für ihr Debüt „Nachts“ mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet, liest zurzeit den Roman „So bin ich nicht“ von Anneliese Macintosh. Lauenstein über ihre Lektüre:
Warum haben Sie sich für das Buch entschieden?
Ich bin über irgendeine englischsprachige Seite über die Autorin gestolpert und dachte sofort: Von der muss ich was lesen. Mir gefiel ihre direkte, mitunter böse, aber trotzdem wahnsinnig zarte und poetische Sprache. Ich habe sie gegoogelt und sah, dass sie in Deutschland ausgerechnet in meinem Verlag erscheint und habe mich doppelt gefreut.
Was gefällt Ihnen daran?
Ich finde es schwer, metamäßig über Literatur zu sprechen. Man sollte sich einfach die Leseprobe ansehen, und wenn die einem gefällt, gefällt einem auch das ganze Buch. So war es jedenfalls bei mir. Ich mag einfach den direkten, frechen Ton der Autorin, der immer, wenn es mir grad dann doch zu rotzig und abgeklärt wird, wieder von einer sehr fragilen und hellsichtigen Poesie aufgefangen wird. Vielleicht noch etwas: Für mich ist bei diesem Buch die Geschichte tatsächlich zweitrangig. Ich mag vor allem die einzelnen Sätze, die die Autorin schreibt.
Anneliese Mackintosh So bin ich nicht, 256 S.,19,95 €, Aufbau Verlag, ISBN 978-3-351-03628-7

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