Selbstaufgabe aus Angst vor Islamisten

Die Bücher des Politologen und Islamkritikers Hamed Abdel-Samad (Foto) sind in Deutschland Bestseller, auch seine Analyse „Der islamische Faschismus“ war mehrere Monate im SPIEGEL-Ranking vertreten. Lizenzen zu dem  Buch, dessen Thesen Abdel-Samad eine Todes-Fatwa einbrachten, wurden in sieben Länder verkauft. In Frankreich wird das Buch nicht erscheinen. Der Grund: Jean-Marc Loubet, der Verleger von Piranha Edition, fürchtet um die Sicherheit seines Verlags.

Das Buch sollte eigentlich im September dieses Jahres erscheinen und wurde auf der französischen Amazon-Seite bereits angekündigt. In einem Beitrag für die Plattform Die Achse des Guten berichtet Abdel-Samad, wie der Verleger den Stopp der Veröffentlichung begründet: Zunächst habe der Verlag noch den Titel des Buches in Ist der Islamismus eine Art Faschismus? geändert, um nicht unnötig zu polarisierenDoch nach dem Anschlag von Nizza beschloss der Verleger, das Buch überhaupt nicht erscheinen zu lassen, weil, wie er in einer Mail schrieb, die Konsequenzen für den Verlag tödlich sein könnten; der Verlag könne für seine Sicherheit nicht sorgen. Es könnte einen ähnlichen Anschlag wie bei Charlie Hebdo geben, berichtet Abdel-Samad, der sich vor allem aber über die zweite Begründung des Verlegers ärgert, nämlich dass das Buch Wasser auf die Mühlen der Rechten in Frankreich gießen könne.

So weit sind wir schon in Europa gekommen. Ein Verlag beugt sich der Einschüchterungstaktik der Islamisten. Es ist noch nicht lange her, da schrieb dieser Verleger ‚Je suis Charlie‘, heute schreibt er ‚Ich habe Angst, Charlie zu werden‘. Das Schlimme ist, er versucht aus der Not eine Tugend zu machen und nennt seine Entscheidung ‚besonnen‘. Ich nenne sie vorauseilenden Gehorsam und Selbstaufgabe!“, kritisiert Abdel-Samad.

In den anderen Ländern, in denen Lizenzen des Titels verkauft wurden – u.a. auch USA, Tschechien, Ungarn, Schweden und Estland – ist es bisher zu keinen ähnlichen Rückzügen gekommen, erklärt Droemer auf Anfrage von buchreport.

Kommentare

4 Kommentare zu "Selbstaufgabe aus Angst vor Islamisten"

  1. Habt ihr schon einmal Angst um euer Leben gehabt? oder das Leben anderer? Ich möchte da den Mund nicht so voll nehmen. Und: Es ist keine Zensur wegen Religion, sondern wegen bösartiger Krimineller.

  2. Das hat noch gefehlt, dass einem Verleger der Mut aus Angst vor den Islamisten vergeht…!

  3. traurig, im 21.Jhd. Selbstzensur wegen Religion zu begehen.

  4. Der Kniefall vor dem Terror! Es beginnt.

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