Kinderbuch treibt Wachstum

Die US-Verlage haben das vergangene Jahr laut Verlegerverband Association of American Publishers (AAP) mit einem Umsatzplus von 4,9% auf 15,72 Mrd Dollar abgerechnet. Doch echte Euphorie über das überraschend gute Abschneiden will trotzdem nicht aufkommen. Vielen in der Branche erscheinen die Zahlen des Verbands zu hoch gegriffen.

Die Skepsis beruht nicht zuletzt auf der Tatsache, dass die AAP „Book-Stats“ nicht mehr gemeinsam mit den erfahrenen Statistikern des Branchendienstleisters Book Industry Study Group (BISG) ermittelt, sondern in eigener Regie. Vermessen wurde der US-Buchmarkt auf der Basis der Zahlen von 1209 Verlagen. Noch liegt das Zahlenwerk nicht in vollem Umfang vor und auch über die Methodik hüllt sich der Verband in Schweigen.

Einige Kerndaten hat Kommunikationschefin Marisa Bluestone jedoch vorab bereits herausgelassen:

  • Größter Umsatzträger war wie gehabt der Publikumsbereich (Trade), der mit 7,18 Mrd Dollar um 3,8% zugelegt haben soll.
  • Der mit Abstand wichtigste Umsatztreiber im Trade-Bereich war das Kinder- und Jugendbuch, das 1,89 Mrd Dollar umgesetzt hat (+20,8%); das Genre ist 2014 in elf von zwölf Monaten zweistellig gewachsen.
  • Innerhalb der Warengruppe haben Bilderbücher (+33%) am besten abgeschnitten, Taschenbücher legten um 24,4%, Hardcover um 10,5% zu.
  • E-Books haben 1,58 Mrd Dollar (+4,7%) zum Trade-Umsatz beigesteuert; die Zeiten hoher zweistelliger Zuwächse scheinen vorerst vorbei.

Kommentare

1 Kommentar zu "Kinderbuch treibt Wachstum"

  1. Es ist doch ein gutes Zeichen und auch auf längere Sicht sogar ein Erfolg, dass Kinderbücher in den USA in der Warengruppe Bilderbücher ein Umsatzplus von 33 Prozent erreichen konnten.
    Wie bei allen Büchern kommt es sicher auch auf das ,Was` und das ,Wie´ in Richtung Verkauf an. Wichtig ist auch hier wieder die Überlegung der Marktbeobachtung, also eines Marketings, welche eben die Bedürfnisse auch rechtzeitig ausloten kann.
    Es wäre doch gut, wenn diese 33 Prozent Umsatzplus bei den Bilderbüchern doch auch weiterhin in den USA gehalten werden könnten und vielleicht noch in andere Märkte, wie z. B. auch im Segment Kinderbücher auf andere Länder im jeweiligen Buchmarkt ausstrahlen könnten.
    Man sieht und erkennt aber doch auch an diesen vielleicht 33 Prozent an Umsatzerhöhung bei den Bilderbüchern, dass sich eben auch die Eltern mehr um ihre Kinder kümmern und dafür Sorge tragen was ihre Kinder für Bilderbücher anschauen und dann auch lesen. Vor allem ist da eine Zuwendung der Eltern und auch der Vorschule zu den Kindern sehr notwendig.
    Das Beispiel in Amerika könnte also vielleicht eine neue Wegmarke darstellen, wie Bilderbücher besser auf den Buchmarkt zu bringen sind. Ein Zusammenwirken der Verlage wäre bei uns noch besser zu gestalten. Und sich für Bilderbücher stark zu machen, sei es jetzt von den Verlagen oder den Buchhandlungen, ist doch eine tollte und spannende Auflage. Gefragt sind da auch gemeinsame Aktionen, z. B. in der Werbung für ein Kinderbuch, u. a. auch für einen bedeutenden Illustrator usw.
    H. Kraft

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