Erfrischend unfeierlicher Spielwitz

Nach dem Ingeborg-Bachmann-Preis (1998 für Pong“), dem Preis der Leipziger Buchmesse (für den Roman „Apostoloff“) und dem Kleist-Preis (2011, „Blumenberg“) hat Sibylle Lewitscharoff jetzt auch den renommierten Büchner-Preis gewonnen.
Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 26. Oktober in Darmstadt verliehen.
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung referiert die Begründung der Jury: „In ihren Romanen hat Sibylle Lewitscharoff mit unerschöpflicher Beobachtungsenergie, erzählerischer Phantasie und sprachlicher Erfindungskraft die Grenzen dessen, was wir für unsere alltägliche Wirklichkeit halten, neu erkundet und in Frage gestellt.“ In ihren Texten vertiefe sie die Wahrnehmung der deutschen Gegenwart in Bereiche des Satirischen, Legendenhaften und Phantastischen. Philosophische und religiöse Grundfragen der Existenz entfalte die Schriftstellerin in einer subtilen Auseinandersetzung mit großen literarischen Traditionen und mit erfrischend unfeierlichem Spielwitz.
Lewitscharoff wurde am 16. April 1954 in Stuttgart geboren, studierte Religionswissenschaften, nahm 1978 eine Stelle als Buchhalterin bei der Berliner Werbeagentur ihres Bruders an, schrieb aber nebenher Radiofeatures und Hörspiele und erfand ein Grammatikbrettspiel mit dem Titel „Satzbau“. Im Alter von vierzig Jahren veröffentlichte Lewitscharoff 1994 ihr erstes Buch „36 Gerechte“. Mehr zur Vita auf SPIEGEL ONLINE.
Hier die Preisträger seit 1953:
  • 1953 Ernst Kreuder
  • 1954 Martin Kessel
  • 1955 Marie Luise Kaschnitz
  • 1956 Karl Krolow
  • 1957 Erich Kästner
  • 1958 Max Frisch
  • 1959 Günter Eich
  • 1960 Paul Celan
  • 1961 Hans Erich Nossack
  • 1962 Wolfgang Koeppen
  • 1963 Hans Magnus Enzensberger
  • 1964 Ingeborg Bachmann
  • 1965 Günter Grass
  • 1966 Wolfgang Hildesheimer
  • 1967 Heinrich Böll
  • 1968 Golo Mann
  • 1969 Helmut Heißenbüttel
  • 1970 Thomas Bernhard
  • 1971 Uwe Johnson
  • 1972 Elias Canetti
  • 1973 Peter Handke
  • 1974 Hermann Kesten
  • 1975 Manès Sperber
  • 1976 Heinz Piontek
  • 1977 Reiner Kunze
  • 1978 Hermann Lenz
  • 1979 Ernst Meister
  • 1980 Christa Wolf
  • 1981 Martin Walser
  • 1982 Peter Weiss
  • 1983 Wolfdietrich Schnurre
  • 1984 Ernst Jandl
  • 1985 Heiner Müller
  • 1986 Friedrich Dürrenmatt
  • 1987 Erich Fried
  • 1988 Albert Drach
  • 1989 Botho Strauß
  • 1990 Tankred Dorst
  • 1991 Wolf Biermann
  • 1992 George Tabori
  • 1993 Peter Rühmkorf
  • 1994 Adolf Muschg
  • 1995 Durs Grünbein
  • 1996 Sarah Kirsch
  • 1997 H.C. Artmann
  • 1998 Elfriede Jelinek
  • 1999 Arnold Stadler
  • 2000 Volker Braun
  • 2001 Friederike Mayröcker
  • 2002 Wolfgang Hilbig
  • 2003 Alexander Kluge
  • 2004 Wilhelm Genazino
  • 2005 Brigitte Kronauer
  • 2006 Oskar Pastior
  • 2007 Martin Mosebach
  • 2008 Josef Winkler
  • 2009 Walter Kappacher 
  • 2010 Reinhard Jirgl
  • 2011 Friedrich Christian Delius
  • 2012 Felicitas Hoppe

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