Postskriptum: Frühkindliche Fantasy

Die Fantasy-Saga „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin wird von Kritikern und Fans sehr zu Recht als monumental gepriesen. Bisher sind in Deutschland acht Bände mit jeweils rund 500 Seiten erschienen, die sich prächtig verkaufen, seit auf RTL 2 eine aufwendige Serienverfilmung des Stoffes gestartet ist. Beim Blick auf die Amazon-Seite staunt man allerdings zunächst, dass dort trotz der drastischen Gewalt- und Sexszenen in dem Fantasy-Epos als „vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 3 Jahren“ angegeben wird. Gemeint ist aber sicher, dass die Racker in diesem Alter ja eh noch nicht lesen, mit den dicken Schwarten aber bestimmt ganz toll Türme bauen können.

Artikel: Angepasst

Der „Bild-Blog“ berichtet, dass die Springer-Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“ sowie ihre Online-Ableger von derselben Redaktion betreut werden. „Bei Artikelübernahmen wird einfach, wo nötig, im Artikel die Nennung der ,Welt‘ durch die der ,Morgenpost‘ ersetzt. Das passiert offenbar automatisch und kann  interessante Folgen haben, wie der ,Welt Online‘-Artikel über einen texanischen Fischer, der mit seinem Freund Schiffbruch erlitten hatte, im ,Morgenpost Online‘-Remix beweist: ,Den restlichen Tag und die halbe Nacht strampelten sie um ihr Leben und redeten über Gott und Morgenpost Online, um sich abzulenken.‘“

Umzug: Unkorrekt

Dass das Buch immer noch das führende Debattenmedium ist, beweist der Züricher C.F. Portmann Verlag mit der Neuerscheinung „Die andere Sicht auf das Zürcher Sechseläuten, Männer, Frauen. Macht“ von Ruth Righetti. In einer Mail-Aussendung schreibt der Verlag dazu: „Nach einem einmaligen Gastspiel im offiziellen Sechseläuten-Umzug wurde die Gesellschaft zu Fraumünster (Frauenzunft) letzten September von den Zünftern wieder ausgeschlossen. Am Sechseläutenmontag, 16. April werden die Damen wiederum (…) eine halbe Stunde voraus durch die noch leere Bahnhofstrasse ziehen. (…) Dieser anachronistische, frauendiskriminierende Grossanlass ist beschämend und unwürdig für Zürich.“ Herrje. Und da dachten wir, wir hier in Deutschland hätten Probleme.

Aroma: Artgerecht

Zum Schluss noch ein hübscher Gesprächsfetzen, aufgeschnappt vom Nachbartisch im Café: „Seit ich nicht mehr rauche, rieche ich wie ein Luchs.“   

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