Postskriptum: Bücher als Türstopper

Eines der wenigen Einfallstore der Lyrik in die Welt des Fußballs hat sich geschlossen: Der neue Trainer von Hertha BSC Berlin, Otto Rehhagel, erklärte dem TV-Sender Sky, dass er in Zukunft „keine Goethe-Gedichte mehr zitieren will“. Bisher gab Rehhagel gern den Lyrik-Liebhaber, etwa nach der Niederlage seiner Mannschaft gegen Werder Bremen mit den berühmten Zeilen: „Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los.“

Bei der Mannschaft seien die klassischen Zitate aber nicht gut angekommen, heißt es. Kein Wunder, dürften doch die meisten Spieler auf die Erwähnung Goethes mit der auch schon fast klassischen Frage reagieren, bei welchem Verein der denn sei. Vielleicht wären die Dichterworte besser aufgenommen worden, wenn Rehhagel sie der Lebenswirklichkeit seiner Mannschaft ein wenig angepasst hätte, zum Beispiel: „Herr, was für ein Dreck! Die ich schoss, die Tore, pfiff der Schiri weg.“  

Gott: Gehört

Da wir gerade bei Hochkultur sind, hier ein Witz für Musikliebhaber, gefunden in der „FAZ“: Ein Musiker kommt in den Himmel und freut sich schon darauf, endlich eine Antwort auf die Frage zu bekommen, ob Gott lieber Mozart oder Bach hört. Als er vor dem Thron Gottes steht, vernimmt er eine Mozart-Melodie. Er sagt zum Herrn: „Auf der Erde denken viele Menschen, Du würdest am liebsten Bach hören, aber jetzt hörst Du Mozart.“ Da blickt der Schöpfer der Welt ihn gütig an und antwortet: „Ich bin Bach.“

Sarrazin: Sanitär

Vorfreude sieht anders aus: Mit Blick auf das für den 22. Mai angekündigte Erscheinen von Thilo Sarrazins neuem Buch „Europa braucht den Euro nicht“ (DVA) beschreibt die Zeitung „The European“ ihr Dilemma „Uns bleiben also ziemlich genau zwei Monate, um zu überlegen, ob und wie man am besten über Thilos zweiten Streich berichten sollte: Vorabdruck einfädeln oder totschweigen? Titelseite oder Redaktionsklo?“ Das ist sehr schön plastisch. Welcher Bestimmung es im Falle der Entscheidung für Letzteres zugeführt wird, möchte man aber bitte nicht mehr erfahren.   

Buch: Brauchbar

Einen originellen Praxistipp für den Absatz schwer verkäuflicher Lagerbestände liefert das schwedische Branchenmagazin „Svensk Bokhandel“: Da bewirbt die Buchhandelskette Bokia den bisher äußerst mäßig gefragten Titel „1001 Golflöcher“ als „Türstopper“ – mit Erfolg, wie „Svensk Bokhandel“ berichtet. Deutsche Buchhändler sollten vor Nachahmung allerdings klären, inwieweit hierzulande auch Türstopper der Preisbindung unterliegen.   

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