Postskriptum: Herbeigekommener Herbst

Das Großartige an Poesie ist, dass man ihr in den immer neuen Situationen des Lebens immer neue Bedeutungsebenen abgewinnen kann. So ruft uns der kalendarische Herbstanfang in der vergangenen Woche William Shakespeares Sonett Nr. 18 ins Gedächtnis: „Soll ich dich einem Sommertag vergleichen, / Der du viel lieblicher und sanfter bist? / Durch Maienblüten raue Winde streichen / und Sommers Pacht hat allzu kurze Frist.“ Da springt den Leser nach einem Sommer wie dem zurückliegenden auf einmal spontan die Frage an: Wenn der Sommer ein Pachtverhältnis ist, von wem kriegen wir dann jetzt unser Geld zurück?

Beruf: Berechtigt
Nachtrag zum Papstbesuch: Die Freiburger Regionalseite fudder.de meint, der „wahre Beruf“ des päpstlichen Privatsekretärs Georg Gänswein müsse spätestens nach der Deutschlandvisite als „Päpstlicher Babyanreicher“ angegeben werden und belegt diese Annahme mit entsprechenden Fotos. Noch schöner als dieser goldige Scherz sind allerdings die trockenen Leserkommentare: „Wenn ich mir die Kindergesichter so anschaue, wohl eher ,Frühtraumatisierungshelfer‘.“ Und: „Der Papst hat immer das Glück, Kinder ohne Reflux und auslaufende Windel in die Hand zu bekommen … nein, kein Glück, göttliche Fügung.“

Vettel: Vorausgedacht
Die Lektüre von Philipp Lahms Autobiografie „Der feine Unterschied“ inspiriert KulturSPIEGEL-Kolumnist Ralf Husmann zu Gedanken über die noch ungeschriebenen Memoiren von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel: „Wo kämen wir hin, wenn Bücher nur geschrieben würden, wenn’s was zu sagen gibt?!“, schreibt Husmann. „Also, Sebastian Vettel, worauf warten Sie?! Geht’s vielleicht auch in der Formel 1 um Geld? Sind die Teams untereinander gar nicht so befreundet? Ist eventuell auch mal fast was mit Frauen gelaufen? Ist Ecclestone am Ende gar nicht so top seriös, wie man immer denkt?“ Tatsächlich, da bekäme der Begriff „Autobiografie“ eine vollkommen neue Bedeutung. Ich hätte auch einen Vorschlag für den Titel: „PS? Ich liebe das!“    

Kracher: Knackig
Zum Schluss noch eine knackige Beschreibung der Neuverfilmung des Fantasy-Krachers „Conan der Barbar“ durch Regisseur Marcus Nispel, gelesen in der Programmzeitschrift „TV Today“: „Im hawaiianischen Kraftpaket Jason Momoa (Foto) hat Nispel einen idealen Neu-Conan gefunden, der wie sein Vorgänger Arnold Schwarzenegger eine extrem reduzierte Kommunikation pflegt (,Komm, Frau!‘) und seine Feinde mit langer Klinge zerschnetzelt.“ Klingt so, als würden sich auch hier dem Zuschauer jede Menge neuer Bedeutungsebenen erschließen.

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