Ohne das Internet würde mich heute niemand kennen

Das jüngste Werk von Nele Neuhaus (Foto) stieg es von 0 auf Platz 1 auf der SPIEGEL-Bestsellerliste Taschenbuch ein. Im Twitter-Interview mit buchreport.de verrät die Regionalkrimi-Autorin, wie sie die dunkle Seite der Menschheit ergründet, was sie noch erreichen möchte und warum Sie dabei auf das Internet nicht verzichten möchte.

Buchreport_de: Unser erstes Twitter-Interview mit Autorin @NeleNeuhaus. Damit das Folgen beider Gesprächspartner leichter fällt: #br_de

Zunächst unseren Glückwunsch. Ihr jüngstes Werk hat es von 0 auf 1 auf die SPIEGEL-Bestsellerliste geschafft.

NeleNeuhaus: Ja, das ist einfach unglaublich! Ich freue mich riesig!

Dabei haben Sie zunächst klein angefangen. Startauflage per Print on Demand: 500 Stück. Was verhalf zum Durchbruch?

Der Durchbruch kam mit Ullstein und Schneewittchen muss sterben, ganz klar!

Führen Sie das eher auf den Verlag oder auf das Buch zurück?

Die Kombination ist es. Ein großer Verlag wie Ullstein hat natürlich ganz andere Möglichkeiten.

Welche Rolle spielt für Sie der Verlag?

Eine sehr große! Früher musste ich alles selbst machen, heute machen das Profis, dazu noch sehr nette!
 
Hat Sie das Verlegen und der Vertrieb der eigenen Bücher zu einer anderen Autorin gemacht?

Ich bin auf jeden Fall eine Autorin, die sich auskennt und zu schätzen weiß, was ein Verlag tut.

Schreiben Sie auch anders?

Auf jeden Fall bin ich professioneller geworden, schreibe nicht mehr drauflos.
 
Welche Rolle spielt für Sie der Verlag?

Eine sehr große! Früher musste ich alles selbst machen, heute machen das Profis, dazu noch sehr nette!

Was hat sich durch den Bestseller-Erfolg für Sie verändert?

Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist riesig, aber auch meine Freiheit! 🙂 Ein tolles Gefühl!

Was meinen Sie damit, die Freiheit ist riesig?

Die Freiheit zu schreiben, was und wann ich möchte. Das ist toll.

Wie wichtig ist es, dass Autoren ihre Bücher im Internet per Social Media und eigener Internetseite mitvermarkten?

Mir ist das sehr wichtig! Ich erreiche meine Leser direkt und kann sie immer zeitnah informieren.

Und wie wichtig für den Erfolg des Buches? Schließlich haben Sie zu Beginn vor allem allein für Ihre Bücher getrommelt

Hätte ich das Internet nicht als Hilfsmittel gehabt, so würde mich heute niemand kennen. Superwichtig!!

Schriftstellerin Else Buschheuer zieht sich aus dem Netz zurück, die Zeit der Websites sei vorbei. Für Sie denkbar?

Mehr zu den Plänen von Else Buschheuer übrigens unter http://bit.ly/k1SKYT

Nein, ganz sicher nicht. Meine HP ist meine Visitenkarte, mein „schwarzes Brett“ sozusagen.

Woher nehmen Sie die Inspirationen für Ihre Bücher?

Aus dem Alltag. Ich gehe mit offenen Augen und Ohren durch das Leben, höre etwas – den Rest erledigt meine Fantasie.

Warum schreiben Sie gerade Krimis?  

Krimis sind perfekt, denn man kann die dunkle Seite der Menschen zeigen, die sie so gerne verstecken möchten.

Was lesen Sie privat?

Natürlich auch Krimis! 🙂 Von USA, England, Frankreich, Skandinavien bis nach Deutschland. Die ganze Palette! 🙂

Woher rührt der Erfolg regionaler Romane?

Die scheinbare Realitätsnähe. Der Leser stellt sich vor, dass alles genau so passieren könnte. Das berührt.

„Schneewittchen muss sterben“ wurde in 15 Sprachen übersetzt. Warum interessieren sich Taiwanesen für Morde im Taunus?

Wir interessieren uns ja auch für Morde in Afrika oder Nepal! Die Abgründe der Menschheit sind international!

Wann können wir Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff im Fernsehen erleben?

Hoffentlich sehr bald! Die Filmoptionen sind vergeben, jetzt heißt es abwarten.

Können Sie schon etwas über den 6. Fall der Ermittler Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff verraten?

Das wär noch zu früh. Ich habe gute Ideen, die ich noch nicht verrate. Aber wie es mit Oli und Pia weitergeht weiß ich.

Arbeiten Sie noch in der Fleischfabrik Ihres Mannes?

Nicht mehr so häufig wie mein Mann sich das wünscht! Aber zwei Mal die Woche bin ich noch da. 🙂

Ihr Mann hielt Schreiben immer für „Zeitverschwendung“. Auch jetzt noch?

Er traut sich nicht mehr, das zu sagen! Er ist schon sehr stolz, aber Bücher sind eben nicht sein Ding.

Naja, wenigstens machen Sie zweimal die Woche etwas „Sinnvolles“ 😉

So ist es! Ich mag auch nicht gerne unsere Kunden im Stich lassen, die ja immerhin meine allerersten Leser waren!

Sie könnten inzwischen vom Schreiben leben. Was motiviert Sie, das Geld zu spenden?  

Viele Kinder kommen auf die Welt und haben kaum eine Chance im Leben. Da möchte ich helfen. Wenigstens etwas.

Wie genau wollen Sie helfen?

Ich gründe gerade eine Stiftung, die Projekte unterstützt um die Lese- und Schreibkompetenz von Kindern zu fördern.

Gibt es auch schon ein spruchreifes Projekt?

Noch keins zur Leseförderung. Ich unterstütze die Ausbildung eines VITA Assistenzhundes, für ein behindertes Kind …

Besten Dank für das nette Interview.

Ich danke auch! Herzliche Grüße aus dem Taunus nach Dortmund!

Die Fragen stellte Lucy Kivelip via buchreport_de.

Foto: © Felix Brüggemann

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