Postskriptum: Hoffnung aus Holland

Die Fußball-Weltmeisterschaft ist vorbei, und zum Abschluss philosophierte der niederländische Schriftsteller Leon de Winter in „Bild am Sonntag“ über die veränderten Fußballkulturen der holländischen und der deutschen Nationalmannschaft, die sich bei dem Turnier gezeigt haben: „Was bedeutet es, dass Oranje Betonfußball spielt? Vermutlich, dass wir Holländer sachlicher und nüchterner geworden sind. Das Ergebnis ist wichtiger als der Stil. Und was bedeutet es, dass Löw seine Jungs tanzen lässt? Dass bei euch die Zeit von Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll angebrochen ist.“ Die buchreport-Redaktion fragt deshalb die Leser in ganz Deutschland: Merkt man das bei Ihnen schon? Dann melden Sie sich bitte, wir kommen sofort.

Paul: Populär

Apropos Fußball-Weltmeisterschaft: Für Aufsehen in der ganzen Welt sorgte das „Kraken-Orakel Paul“ aus dem Sea Life in Oberhausen. Der Oktopus „tippte“ nämlich nicht nur alle Spiele der deutschen Mannschaft richtig (inklusive Niederlagen), sondern sagte auch den Titelgewinn der spanischen Nationalmannschaft voraus. Jetzt wirft das Internet-Nachrichtenportal DerWesten.de allen Ernstes die Frage auf: „Pauls Orakelfähigkeit nur Zufall?“ Wir antworten entrüstet: Um Gottes Willen, nein! Die Bundesregierung sollte zum Beispiel schleunigst ihre „Fünf Wirtschaftsweisen“ abschaffen und durch Tintenfische ersetzen.

Existenz: Entdeckt

Schöne Zeile über einem Artikel in der Wochenendausgabe der „Welt“, der sich mit der Vorliebe von Geheimagenten für Wien beschäftigt: „Orson Welles machte Österreichs Hauptstadt in ,Der dritte Mann‘ berühmt.“ Aha. Offenbar muss man davon ausgehen, dass die Existenz einer Stadt namens Wien vor dem Filmstart 1949 nur wenigen Eingeweihten bekannt war. Und dass die meisten Menschen folglich glaubten, der berühmte „Wiener Walzer“ sei einfach eine ideale Begleitmusik zum Putzen („Wienern“) und die „Wiener Würstchen“ trügen ihren Namen entsprechend, weil man sie schnell und in großer Zahl verputzen kann.

Bonmot: Bedenkenswert

Kluge Worte großer Denker und Literaten werden in Tageszeitungen gern wiedergegeben, um die Leser zum Nachdenken anzuregen. Wozu das führen kann, mag exemplarisch ein hübsches Bonmot von Heinrich Heine zeigen, das man immer mal wieder in den Sprüchlein-Spalten verschiedener Tageszeitungen findet: „Wenn wir es recht überdenken, stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.“ Angesichts der anhaltenden Hitzewelle dürfte dieser Satz in nächster Zeit tatsächlich viele Menschen zum Nachdenken anregen, und zwar darüber, warum zum Teufel sie eigentlich noch in ihren Kleidern stecken.

aus buchreport.express 28/2010

Außerdem in Emil Echos Echoblog:

Emils Petitessen: Drei Damen vom Chill

Emils Petitessen:Etsi omnes ego non

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