Postskriptum: Anstoßen auf Shakespeare

Dichter: Bedacht

In der vergangenen Woche fand der „Welttag des Buches“ statt und es hat sich mittlerweile herumgesprochen, warum dieses Ereignis am 23. April begangen wird: Es soll sich bei diesem Datum um den Todestag der großen Literaten Shakespeare und Cervantes handeln. Das leuchtet ein, auch wenn man fragen kann, ob sich ausgerechnet ein doppelter Todestag für die Förderung einer lebendigen Buchkultur aufdrängt. Rätselhaft ist aber, warum am selben Tag der „Tag des Bieres“ begangen wird. Wollten die Initiatoren ausdrücken, dass man mit diesen beiden Geistesgrößen immer noch gern ein Bier trinken gehen würde, wenn sie nicht am 23. April 1616 verstorben wären? Oder sollte tatsächlich die Namensähnlichkeit („Bier“, „Cervesa“) den Ausschlag gegeben haben?

Kirche: Begehrt

Für Heiterkeit hat bei der Leitung der Evangelischen Kirche im Rheinland der Brief einer Firma aus Oldenburg gesorgt, die schrieb, sie habe „Anfragen von potenziellen Käufern vorliegen, die ein Unternehmen Ihrer Branche suchen“. Die Firmenjäger hätten vor dem Abschicken besser einen Blick in die Bücher des umworbenen Unternehmens geworfen. Dann wäre ihnen angesichts von Statements wie „Verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen!“ (Lukas 18, Vers 22) oder „Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn“ (Evangelisches Kirchengesangbuch, Nummer 316) ernsthafte Zweifel am ökonomischen Sinn ihres Werbens gekommen.


Winehouse: Berauscht

Laut Zeitungsberichten soll eine britische Verlagsgruppe der durch Alkohol- und Drogenexzesse bekannt gewordenen Sängerin Amy Winehouse rund 1,3 Mio Euro für die Rechte an einem Buch über ihr Leben geboten haben. Man darf bezweifeln, dass das Geld gut angelegt wäre. Das liegt weniger daran, dass die Göre-Röhre erst 24 Jahre alt ist, denn in einem knappen Vierteljahrhundert kann eine Menge passieren, vielmehr dürfte für das Projekt auch jenes kritische Moment gelten, das Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger vor einigen Tagen mit Blick auf die Memoiren seines Band-Kollegen Keith Richards bemerkt hat: „Um eine Biografie zu schreiben, muss man doch erst einmal in der Lage sein, sich an sein Leben zu erinnern.“


Lennon: Beschützt

Angesichts der Libertinage, die heute in puncto Drogenkonsum herrscht, staunt man zunächst, dass John Lennons Witwe Yoko Ono ein Video verbieten lassen will, das den Ex-Beatle beim Kiffen zeigt: Für den Ruf ihres verstorbenen Mannes sollte ein Joint unschädlich sein. Vielleicht hat bei ihr derselbe Verlag angerufen wie bei Amy Winehouse und sie schützt das wertvolle Recht an Lennons Drogenkarriere.


Schreiben: Beschrieben

Zum Abschluss beenden wir unsere kleine Serie hübscher Fundstellen aus dem Buch „Niveau ist keine Hautcreme. Gepflegte Sprüche für alle Lebenslagen“ von Günther Willen (Ullstein) mit zwei Zitaten aus der Rubrik „In der Schreibwerkstatt“: „Aller Umfang ist schwer.“ Und, nicht minder tiefgründig: „Aller Schwerfang ist an.“

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