Ermittlung der Bestseller
Erhebungsverfahren
Seit 2001 werden alle Listen durch elektronische Abfrage in den Warenwirtschaftssystemen von derzeit mehr als 400 Buchhandlungen ermittelt. Die Buchhandlungen wurden so ausgewählt, dass sie mit ihren Umsätzen und Standorten der Gesamtheit des Buchhandels in Deutschland entsprechen.
Der Abruf der Abverkaufsdaten erfolgt jeweils am Wochenende, nach Kassenschluss. Alle Daten werden vollautomatisch in eine Datenbank eingelesen. Der Rechner ordnet die Abverkaufszahlen anhand der ISBN den entsprechenden Titeln zu. Aus der Anzahl der insgesamt verkauften Exemplare je Titel ergibt sich dann die Reihenfolge in den Rankings. Die elektronische Abfrage garantiert ein sehr genaues Bild des effektiven Marktgeschehens und spiegelt die Abverkäufe im Buchhandel mit einem Zeitabstand von nur wenigen Verkaufstagen.
In der Erhebungsgruppe befinden sich ausschließlich stationäre Vollsortimenter, also keine Fachbuchhandlungen, Bahnhofsbuchhandlungen, Warenhäuser und andere Anbieter, die nur über ein eingeschränktes oder spezialisiertes Titelangebot verfügen. Online-Buchhandlungen mit einem breiten, nicht spezialisierten Titelangebot werden ergänzend hinzugezogen.
Bestsellerkriterien
In die Hardcover-Listen aufgenommen werden nur Titel, die den Kriterien, die seit Jahrzehnten für die SPIEGEL-Bestsellerlisten gültig sind, entsprechen:
- Wichtigste Voraussetzung: Es muss sich bei den Inhalten der Bücher um "eigenschöpferische Leistungen" handeln. Nachschlagewerke und Zusammenstellungen von bereits veröffentlichten Texten bleiben somit ausgeschlossen.
- Ratgeber (Kochbücher, Medizinratgeber, Fitness-Anleitungen), Sonderausgaben sowie Geschenkbücher werden ebenfalls nicht berücksichtigt. Mit diesen Auswahlkriterien will "DER SPIEGEL" verhindern, dass die Bestsellerlisten über Jahre blockiert und uninteressant werden.
- Bei Parallelausgaben desselben Titels wird nur diejenige Ausgabe berücksichtigt, die am häufigsten verkauft wird.
Mit Erscheinen der englischsprachigen Originalausgabe von Band V der Harry-Potter-Serie im Juni 2003 hat sich zum ersten Mal ein fremdsprachiger Titel auf der Spiegel-Bestsellerliste platziert. Gibt es eine deutsche Übersetzung des Titels, so platziert sich die häufiger verkaufte der beiden Ausgaben.
Mit diesen Auswahlkriterien und dem Ausschluss von Doppelplatzierungen will "Der Spiegel" verhindern, dass die Bestsellerlisten über Jahre blockiert und uninteressant werden.
Taschenbücher sind ausgeschlossen, da für diese eigene Bestsellerlisten existieren. Um der aktuellen Tendenz der Verlage, immer neue Einbandarten und Buchformate zu entwickeln, Rechnung zu tragen, werden auch Titel aufgenommen, die keine Hardcover im klassischen Sinne sind. Es sind Titel, die sich jedoch im Format und ihrer Einbandart von der des üblichen Taschenbuches unterscheiden.
Im Taschenbuch-Segment gelten die gleichen inhaltlichen Kriterien wie bei den Hardcover-Listen. Im Taschenbuch-Sachbuch werden, im Gegensatz zu den Hardcoverlisten, auch Ratgeber berücksichtigt.
Die Regeln für weitere, spezielle Bestsellerlisten:
- Im Wirtschaftsbücher-Ranking werden nur Hardcover-Titel berücksichtigt. Nicht aufgenommen werden dabei Nachschlagewerke, preisreduzierte Sonderausgaben sowie Fachliteratur.
- Bei Bilderbüchern, von denen es oft verschiedene Ausgaben gibt, wird jeweils die meistverkaufte Ausgabe aufgenommen. Bilderbuchreihen, bei denen die ISBN-Nummer nicht für einzelne Titel, sondern für Themensegmente vergeben wird, bleiben unberücksichtigt.
- In der Bestsellerliste für Kinder- und Jugendbücher werden nur Original- und Erstausgaben aufgenommen. Hiermit soll verhindert werden, dass sich ein Titel sowohl als Hardcover als auch anschließend als Taschenbuch platziert. Klassische Schullektüre wird nicht berücksichtigt. Bei Reihentiteln wie "Harry Potter" oder "Tintenherz" wird in dieser Liste jeweils nur der neueste Titel der Reihe im Ranking geführt.
- In die DVD-Bestsellerliste aufgenommen werden Titel, die DVD-Erstveröffentlichungen darstellen, somit keine Zweitrechteverwertung sind, sowie Titel, die nicht Bestandteil einer DVD-Sammlung bzw. nicht preisreduziert sind. Deutsche Produktionen oder Co-Produktionen sind auf dem Plakat durch eine D-Fahne gekennzeichnet. Kinder- und Familientitel werden auf dem Plakat mit einem Familien-Symbol versehen.




