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Jahresbestseller

Am Ende eines jeden Jahres stellt sich die Frage, welche Titel sich im Laufe der vorangegangen zwölf Monate am meisten verkauft haben. buchreport blickt zurück und stellt die Jahresbestseller der vergangenen Jahre, getrennt nach Hardcover, Paperback und Taschenbuch noch einmal vor. 

Hier die Jahresauswertung der Bestsellerlisten des Nachrichten-Magazins DER SPIEGELSPIEGEL ONLINE und KulturSPIEGEL mit Informationen zu den meistverkauften Romanen und Sachtiteln im Hardcover-, Taschenbuch- und Paperbackformat:

 

SPIEGEL-Jahresbestseller 2013

Hardcover

Belletristik: Der Verlag, der rechnen konnte

Als sich „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Jonasson zum Überraschungsbestseller entwickelte (Platz 2 der KulturSPIEGEL-Jahresbestsellerliste 2012), haderten Buchhändler mit Format und Preis des nur 14,99 Euro teuren Paperback-Titels. Der „Hundertjährige“, so eine oft geäußerte Einschätzung, hätte sich auch für ein paar Euro mehr gut verkauft.

Insofern hat die Random House-Tochter Carl’s Books bei dem jetzt erschienenen neuen Titel von Jonas Jonasson alles richtig gemacht: „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ erschien im November als Hardcover für 19,99 Euro – und enterte in den wenigen Wochen seitdem prompt den Spitzenplatz der Jahresbestsellerliste.

Bemerkenswert ist neben dem Siegeszug der spät gestarteten „Analphabetin“ der anhaltende Erfolg des zweitplatzierten Titels „Er ist wieder da“ von Timur Vermes (Eichborn). Nach seinem Start im September 2012 schaffte der satirische Schelmenroman es bereits im vergangenen Jahr auf Platz 6 der Jahresbestsellerliste.

Vermes hat damit sogar den festen Größen des Bestsellergeschäfts den Rang abgelaufen, die in diesem Jahr mit neuen Titeln an den Start gingen: Stars wie Dan Brown mit „Inferno“ (Bastei Lübbe), Khaled Hosseini mit „Traumsammler“ (S. Fischer) und Jussi Adler-Olsen (dtv) bestätigen aber auch auf den folgenden Plätzen ihre Stellung als herausragende Topseller im Buchhandel.

 

Sachbuch: Viele alte Bekannte in der ersten Reihe

Die beiden meistverkauften Titel des Jahres 2013 sind gar nicht aus diesem Jahr: Die Dominanz der Sachbücher „1913“ von Florian Illies (S. Fischer) und „Die Kunst des klaren Denkens“ von Rolf Dobelli (Hanser) ist symptomatisch für die erstaunliche Stetigkeit im Segment der gebundenen Sachbücher.

Denn auch auf weiteren Plätzen des Sachbuchrankings tummeln sich alte Bekannte: Der Kabarettist Dieter Nuhr etwa mit seinem neuen Titel „Das Geheimnis des perfekten Tages“ (Bastei Lübbe) auf Platz 4, Dobelli selbst mit seiner „Kunst des klugen Handelns“ auf Platz 8 und Frank Schirrmacher mit seinem „Ego. Das Spiel des Lebens“ (Blessing) auf Position 10 – gefolgt von weiteren eingeführten Sachbuch-Größen wie Rüdiger Safranski, Richard David Precht, Dirk Müller, Manfred Lütz, Gerald Hü‧ther und vielen anderen.

Dazwischen aber gibt es New‧comer wie die „Anziehungskraft“ des Modemachers Guido Maria Kretschmer (Edel Books) und „Das große Los“ der Journalistin Meike Winnemuth (Knaus) – ermöglicht durch Anbindung an das Medium Fernsehen, in dem Kretschmer der aufgehende Stern verschiedener Unterhaltungsformate ist und Meike Winnemuth bei „Wer wird Millionär“ die halbe Million gewann, von deren Verbrauch sie in ihrem Buch erzählt.

Es mag Zeichen einer gewissen Ermüdung sein, dass die Zahl der deutschsprachigen Originaltitel auf der Liste seit 2011 deutlich von 83 auf 67 zurückgegangen ist.

 

Taschenbuch

Belletristik: Deutscher Longseller vor der Konkurrenz

An der Spitze der meistverkauften Taschenbuchromane 2013 steht der Erfolgstitel „Tschick“ des verstorbenen Autors Wolfgang Herrndorf, der 2012 bereits auf Rang 2 der Jahresbestseller reüssierte. Nach Herrndorfs Tod im August dieses Jahres ist die Nachfrage der Leser noch einmal gestiegen: „Tschick“ sprang Anfang September an die Spitze der Bestsellerliste. Und auch „Sand“, sein letzter Roman, kletterte bis auf Platz 9. Das im April (ebenso wie der Vorgänger) bei Rowohlt erschienene Taschenbuch belegt Rang 54 der Jahresbestseller. 

Den Titel als stärkster Belletristikverlag im Taschenbuchsegment kann sich Rowohlt mit Herrndorfs Büchern und vier weiteren Titeln unter den Top 100 allerdings nicht sichern. Der große Gewinner ist hier Fischer: Mit 15 Platzierungen und 833 Punkten führt der Verlag wie schon im Vorjahr das Ranking an. Höchstplatzierte Fischer-Autorin ist dabei die Britin Rachel Joyce, deren „unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ auf Platz 2 rangiert.

Einen Platz hinter Joyce setzt sich die Erfolgsgeschichte von Jonas Jonassons „Hundertjährigem“ fort, der erst vor wenigen Wochen bei btb als Taschenbuch erschien.

Die Toptitel des Jahres waren insgesamt etwas teurer als 2012: Der Durchschnittspreis liegt mit einem Betrag von 10,01 Euro ganze 15 Cent über dem des Vorjahres. Die meisten Titel kosten aber etwas weniger: Bei 57 platzierten Titeln zu 9,99 Euro lässt sich nahezu von einem Einheitspreis sprechen. 

 

Sachbuch: Straßenmusiker und Streuner werden Stars

In der Gesamtwertung kommt kein anderer Verlag an Rowohlt heran: 15 Platzierungen, davon neun unter den Top 50, sichern dem Verlag Rang 1 im Feld der Taschenbuch-Sachbücher. Unter den Titeln befinden sich unter anderem die vier SMS-Sammelbände des Schriftsteller-Duos Anna Koch und Axel Lilienblum, das die Website SMSvonGesternNacht.de betreibt. Dort und in ihren Büchern tragen die beiden Autoren lustige, schräge, peinliche wie auch kryptische SMS zusammen. Höchstplatzierter Rowohlt-Titel ist 2013 Alex Loyds und Ben Johnsons „Healing-Code“, der auf Platz 5 rangiert.

Hinter Rowohlt positionieren sich in diesem Jahr im Verlagsranking Heyne und Ullstein. Heyne überholt damit Random House-Schwester Goldmann, die aufgrund weniger zugkräftiger Titel in diesem Jahr von Platz 3 auf 5 absteigt.

Der Bestseller des Jahres aber geht aufs Konto von Bastei Lübbe: „Bob, der Streuner“ ging 2013 am häufigsten über die Ladentheke. Der britische Straßenmusiker und Autor James Bowen und sein roter Kater Bob führen seit September die Bestsellerliste für Sachbücher im Taschenbuchformat an.

Damit geht der Pokal für den meistverkauften Titel ins Ausland. Insgesamt aber haben die deutschen Autoren (wie immer im Sachbuch) die Nase vorn: Von den Top 100 stammen 76 (2 weniger als 2012) Titel von deutschen Autoren.

Der Durchschnittspreis zieht auch bei diesem Format an und steigt um 35 Cent auf 9,83 Euro.

 

PaperbackRomantik und Erotik

Auf den beiden führenden Plätzen der Paperback-Jahresbestsellerliste reüssieren die speziell auf dieses Format zugeschnittenen Verlage Rowohlt Polaris und das Random House-Label Carl’s Books: In einer Auflage von 120 000 Exemplaren hat Rowohlt den Erfolgsroman „Ein ganzes halbes Jahr“von Jojo Moyes im März an den Start geschoben – und das Buch bis Jahresende in gedruckter Form und als E-Book 1,3 Mio Mal verkauft. Bei Carl’s Books zeigt sich der „Hundertjährige“ auch zwei Jahre nach Erscheinen noch äußerst vital auf Platz 2.

Gemeinsam mit Rowohlt Polaris kommt Blanvalet auf vier Platzierungen in den Top 20, allesamt Titel der „Game of Thrones“-Saga von George R.R. Martin (Plätze 11, 16 bis 18). Mit je drei Einträgen sind Goldmann und dtv vertreten: Die Ränge 3 bis 5 sichert sich Goldmann mit den erotischen Fantasien von E.L. James, während dtv mit den Besteller-Garanten Rita Falk (Plätze 8 und 19) und Jussi Adler-Olsen (Platz 20) punkten kann.



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