Buchhändler fahren wegen Harry Potter ohne Rückenwind zur Messe

In der Woche vor der Frankfurter Buchmesse (40. Kalenderwoche) sind die Umsätze im Buchhandel unter der Marke des Vorjahres geblieben:

  • Der deutsche Gesamtmarkt lag in der 40. Kalenderwoche (2. bis 8. Oktober) um 0,9% unter Vorjahr. In dieser Gesamtschau sind der stationäre Buchhandel, der Bahnhofsbuchhandel, einige Nebenmärkte sowie der Online-Buchhandel enthalten.
  • Der stationäre Buchhandel in Deutschland hatte in der 40. KW im Durchschnitt noch etwas höhere Einbußen: –1,6%.

Das lag nicht an der Belletristik, die ist satt im Plus: Die neuen Bestseller-Romane

funktionieren, auch „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde, seit März gut im Geschäft, brummt weiter. Auch das Sachbuch-Segment liegt leicht über Vorjahr …  Hier geht es zu den Bestsellern.

Dass es nicht insgesamt zum Plus reicht, liegt an der letztjährigen Sonderkonjunktur durch den „Harry Potter“-Theaternachdreher „Harry Potter und das verwunschene Kind“ (Carlsen), der als Jugendbuch kategorisiert ist und diese Warengruppe durch die hohe Vorgabe zweistellig ins Minus zieht. Damit erreicht auch der Gesamtumsatz nicht die Vorjahresmarke.

 

Österreich und Schweiz verlieren noch mehr

In Österreich ist die Nachwirkung des vorjährigen Potter-Booms sogar noch stärker zu spüren, zudem sind auch die übrigen Warengruppen leicht im Minus:

  • Der Gesamtmarkt Österreich hat in der 40. KW 4% gegenüber Vorjahr verloren.
  • Der stationäre Buchhandel in Österreich liegt im Durchschnitt bei knapp 6% unter Vorjahr.

Im Schweizer Markt hat das Kinder- und Jugendbuch ebenfalls überdurchschnittlich an Umsatz verloren, aber auch insgesamt lief die Woche nicht gut. Der Gesamtmarkt wie auch der Stationärbuchhandel haben zweistellig die anderen Warengruppen liegen (bis auf das Sachbuch) zweistellig unter Vorjahr: Der Gesamtmarkt wie auch der stationäre Buchhandel haben 11 bzw. 10% verloren.

In der aktuellen buchreport.express-Ausgabe 41/2017 fehlen die gewohnten Wochenumsatz-Angaben wegen des vorgezogenen Erscheinungstermins zur Frankfurter Buchmesse.

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