Wissenschaft: Der große »Deal«

Einigung zum Jahresauftakt: Wiley-Managerin Judy Verses verkündet vor versammelten Branchenpublikum auf der Tagung Academic Publishing in Europe (APE) den ersten „Deal“. Die deutsche Lösung wird auch im Ausland mit Interesse verfolgt. (Foto: APE/Edwin de Kemp)

Im Wissenschaftsbetrieb stehen die Zeichen 2019 so eindeutig auf Open Access (OA), wie kaum jemals zuvor. Nach jahrelangen zähen Verhandlungen mit den Marktführern Elsevier, Springer Nature und Wiley kann die Allianz der deutschen Wissenschaft zum Jahresauftakt einen großen Wurf verkünden: Mit Wiley wird das wissenschaftliche Zeitschriftengeschäft bundesweit neu aufgesetzt und die Finanzierung vom klassischen Abo-Geschäftsmodell gelöst. Möglich macht das ein komplexes Kostenkonstrukt, bei dem der Zugang zum elektronischen Zeitschriften-Portfolio mit einer Publikationskomponente gekoppelt wird, durch die Forschende beim Verlag OA veröffentlichen können.

Die Vereinbarung, die unter dem Stichwort „Projekt Deal“ läuft, liefert auch die Blaupause für die zweite Einigung: Im Sommer bejubelt Springer Nature den „weltgrößten Open-Access-Deal“, dessen offizieller Vertragsschluss allerdings auf sich warten lässt. Er soll jetzt am Jahresanfang 2020 erfolgen und dann rückwirkend in Kraft treten, um den geplanten Starttermin zum 1. Januar einhalten zu können.

Die Wissenschaftspublizistik im Blick: Ein Themendossier auf buchreport.de versammelt hier alle Nachrichten und Analysen zu den Umbrüchen im Wissenschaftsmarkt.

Spannend wird jetzt sein, wie gut die „Deals“ in der Praxis funktionieren – und wie sich Elsevier positioniert. Der weltgrößte Wissenschaftsverlag hat in anderen Ländern bereits Verträge im Stile des deutschen „Deals“ laufen, erweist sich hierzulande aber als besonders harter Brocken.

Herausgefordert sind aber nicht nur die direkt Beteiligten. Offen ist, was der mit den Marktführern forcierte Systemumbau, bei dem viel Geld durch neue Kanäle fließt, für die mittelständischen Wissenschaftsverlage bedeutet. Dass der Handel im Wissenschaftsbetrieb künftig vielfach außen vor bleiben wird, ist dagegen sicher.

 

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