Was Elsevier mit der niederländischen Wissenschaft verabredet hat

Der weltgrößte Wissenschaftsverlag Elsevier hat eine „nationale Open-Science-Partnerschaft” mit niederländischen Wissenschaftseinrichtungen verkündet. Getroffen wurde die nationale Vereinbarung mit dem Universitätsverband der Niederlande (VSNU), dem Niederländischen Verband der Universitätskliniken (NFU) und dem Niederländischen Forschungsrat (NWO):

  • Sie läuft bis Ende 2024.
  • Sie enthält unter anderem eine „Read and Publish“-Komponente mit Lesezugriff auf das gesamte Zeitschriftenportfolio von Elsevier sowie Open-Access-Veröffentlichungsoption für alle Mitglieder des Konsortiums.

Gemeinsam neue Open-Science-Dienste entwickeln

Im Dezember 2019 war bereits eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet worden. Diese habe man in den vergangenen Monaten „zu einem in dieser Form einzigartigen Open Science-Abkommen weiterentwickelt”, jubeln die Partner, denn dem (mittlerweile in vielen Verträgen enthaltenen) „Read and Publish“-Modell, das den Übergang zu Open Access beschleunigen soll, wurde eine weitere Komponente zur Seite gestellt, die als Open-Science-Services bezeichnet wird:

  • Elsevier arbeitet mit den niederländischen Partnern zusammen an der Entwicklung neuer Services.
  • Diese sollen helfen, Wissen leichter verbreiten und evaluieren zu können.
  • Dazu soll es eine Reihe von Pilotprojekten geben.

Die Pilotprojekte sollen nach Grundsätzen durchgeführt werden, die eine unabhängige Experten-Task-Force der niederländischen Wissenschaft für den verantwortungsvollen Umgang mit Forschungsinformationen festgelegt hat. Sie betreffen die Bedingungen, unter denen Metadaten öffentlicher Forschungsergebnisse von öffentlichen und privaten Einrichtungen (wieder)verwendet und angereichert werden können. Dazu gehören u.a. „Data Ownership“ (Forscher und/oder Institutionen sind Eigentümer ihrer eigenen Forschungsdaten), dauerhafter Zugang zu Daten und Metadaten, Anbieterneutralität, Interoperabilität sowie die Wahlfreiheit der Institutionen bei der Nutzung von Services.

Wir sind bei Elsevier sehr erfreut, gemeinsam mit den Niederländern Wissenschaft und Gesundheit durch offenere, reproduzierbare und kollaborative wissenschaftliche Kommunikations- und Informationssysteme voranzubringen“, sagt Kumsal Bayazit, CEO von Elsevier. 

Ab sofort können durch die Vereinbarung laut Unternehmen 95% der niederländischen Artikel sofort frei zugänglich gemacht werden. Die „überwiegende Mehrheit” der Elsevier-Zeitschriften verfüge bereits über eine solche Option. Und: „Im Zuge dieser Vereinbarung hat sich das Unternehmen zudem verpflichtet, auf eine sofortige Open-Access-Option für alle verbleibenden Titel hinzuarbeiten.”

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