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Anke Feuchtenberger für ihr Lebenswerk geehrt

Anke Feuchtenberger

Wie der Comic-Salon in Erlangen so fand auch der Event der Max-und-Moritz-Preisverleihung 2020 digital statt. Anke Feuchtenberger erhielt den Sonderpreis für ihr Lebenswerk.

Foto: Abb. aus „Somnabule“

Anke Feuchtenberger wird mit dem Max-und-Moritz-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Während ihr (westdeutscher) Vorgänger Ralf König in seinen vor Sprechblasen überquellenden Seiten vor allem für die erzählerische Tradition des Comics steht, gehörte die 1963 in Ostberlin geborene Feuchtenberger zu den wichtigsten Protagonisten einer deutschen Comic-Avantgarde, die ab den 1990er-Jahren mit anderen ost- deutschen Impulsgebern das zeichnerische Element betonte (s. Abb.).Anke Feuchtenberger kam dabei ihre fundierte Ausbildung an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee zugute, wenn sie vornehmlich mit Bleistift und Kohle unter anderem die düsteren Szenarios mit der Hure H umsetzte – der Protagonistin einer Reihe von Büchern, die zusammen mit der Schriftstellerin Katrin de Vries entstanden. Nicht nur diese Arbeiten wurden schnell international wahrgenommen. Bereits seit Mitte der 1990er-Jahre liegen ihre Bände auf Französisch, Englisch und weiteren Sprachen vor. Ehrungen im In- und Ausland sollten folgen, darunter der e.o.plauen-Förderpreis und der Icograda Special Award.

Anke Feuchtenberger (Foto: Julia Steinigeweg)

Dass Anke Feuchtenberger jetzt für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird, hängt auch damit zusammen, dass sie bereits 1997 eine Professur an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg erhielt – wohl als erste ausgewiesene Comic-Künstlerin in Deutschland überhaupt. Schon lange bevor im Studiengang Illustration ausdrücklich „Graphische Erzählung“ als ein Ausbildungsschwerpunkt aufgeführt wurde, bildete sich unter Feuchtenberger eine regelrechte Comic-Klasse heraus.In mehr als zwei Jahrzehnten unterrichtete Anke Feuchtenberger dort mehrere Generationen von Künstlern und Künstlerinnen, darunter so bekannte Comic-Schaffende wie Barbara Yelin, Simon Schwartz und Birgit Weyhe. Manche von ihnen feierten ihr Debüt in Veröffentlichungen des Mami Verlags, den Feuchtenberger zusammen mit ihrem Künstlerkollegen Stefano Ricci von 2008 bis 2015 betrieb. Längst haben sich Feuchtenbergers frühere Schüler im Buchmarkt etabliert. Ihre ambitionierten Graphic Novels stehen dort jetzt neben dem Œuvre ihrer früheren Mentorin.

Das Feuchtenberger-Œuvre wird beim Berliner Reprodukt Verlag derzeit auch durch Neueditionen lange vergriffener Bände gepflegt.

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