Pearsons Umstrukturierung greift langsam

Pearsons CEO John Fallon hat einen ehrgeizigen Plan: Bis 2020 will er den tiefgreifenden Umbau des weltweit größten Bildungskonzerns endgültig abgeschlossen haben. Doch obwohl er im vergangenen Jahr auf dem Weg dorthin erneut „gute Fortschritte“ gesehen hat, erfüllt der (vorläufige) Geschäftsbericht für 2018 die Erwartungen nur teilweise:

  • Besonders auffällig ist die Entwicklung des Umsatzes, der mit 4,1 Mrd Pfund um 9% zurückgegangen ist (2017: –0,9%).
  • Auf der Habenseite steht die wichtigere Kennzahl: Der operative Gewinn wurde um 22% auf 553 Mio Pfund gesteigert.
  • Ebenfalls positiv: Die Nettoverschuldung sank von 432 auf 143 Mio Pfund.

Den massiven Umsatzrückgang begründet Fallon u.a. mit weiteren Bereinigungen des Portfolios. So wurden zu Jahresbeginn die Sprachschulen von Wall Street Englisch für 300 Mio Dollar an ein Konsortium von Finanzinvestoren verkauft. Aber auch das US-Bildungsgeschäft als größte Säule blieb mit 2,78 Mrd Pfund (–5%) erneut deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nicht zum Kerngeschäft Schulbuch und dem großen Wachstumsschwerpunkt digitale Weiterbildung gehörende Unternehmensteile stehen jenseits des Atlantiks deshalb auch zum Verkauf. Vollzug konnte Fallon im Februar bezüglich des schon länger angekündigten Ausstiegs aus dem Markt für Schultests melden.

Im deutschen Bildungsmarkt ist Pearson u.a. mit dem Stark Verlag (Prüfungsvorbereitung), naturwissenschaftlichen Oberstufen-Schulbüchern und Fachinformation für Englischlehrer (Pearson ELT) vertreten.

Hier geht es zum Verlagsdossier von Pearson aus dem Ranking „Global 50 – Die weltgrößten Buchkonzerne“

Pearson baut US-Bildung ab

Der anhaltend schwache US-Bildungsmarkt macht Pearson schon seit Längerem Sorge. Nicht zum Kerngeschäft Schulbuch und digitale Weiterbildung gehörende Unternehmensteile stehen deshalb zur Disposition.

  • Für 250 Mio Dollar wurd Pearsons K12 School Courseware an die Private-Equity-Firma Nexus Capital Management abge­treten.
  • Der Rückzug aus dem Markt für Schultests und der Verkauf von K12 School Courseware war schon lange angekündigt und erfolgt vor dem Hintergrund, dass die landesweiten Schultests und die dazu gehörenden Lernmaterialien unter Eltern und auch Lehrern zunehmend umstritten sind.
  • Ein Vorwurf lautet, dass die Tests immer häufiger von kommerziellen Interessen geleitet werden.
  • Pearson war seit Jahren Vertragspartner vieler Bildungsinstitutionen für die wichtigsten Tests in Schulen, Universitätszulassung und Lehrerevaluation.
  • K12 School Courseware hatte zuletzt rund 470 Mio Dollar umgesetzt.

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