Teurer als die Wissenschaft erlaubt

Der Streit um hohe Abo-Gebühren für Fachzeitschriften reißt nicht ab. Aktuell beklagt die Universität Konstanz öffentlich die „erheblichen Verteuerung“ der Leistungen des Wissenschaftsverlages Elsevier – und bricht die Lizenzverhandlungen ab.
Die Universität werde ihren Lizenzvertrag mit dem Großverlag nicht länger fortzuführen, heißt es in einer Pressemitteilung unter der Überschrift „Teurer als die Wissenschaft erlaubt“. Ulrich Rüdiger, Rektor der Universität, moniert die „geringe Verhandlungsbereitschaft“ des Verlags.
Elsevier habe in den vergangenen Jahren die Preise deutlich gesteigert. Der Durchschnittspreis einer bei Elsevier lizenzierten Zeitschrift lag demnach an der eigenen Universität zuletzt bei 3400 Euro pro Jahr, dies sei fast dreimal höher als beim zweitteuersten großen Verlag. „Die Universität Konstanz kann und will bei dieser aggressiven Preispolitik nicht länger mithalten und wird ein solches Vorgehen nicht unterstützen. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, den Lizenzvertrag mit Elsevier durch alternative Beschaffungswege zu ersetzen“, so Rüdiger weiter.
Petra Hätscher, Direktorin des Kommunikations-, Informations-, Medienzentrums der Universität Konstanz, ergänzt: „Universitäten sind in gewisser Weise gezwungen, in Form von Abonnementgebühren ein Gut teuer zurückzukaufen, das eigentlich von ihren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern produziert wird.“
Im Frühjahr 2012 hatten Wissenschaftler wegen der Preispolitik von Elsevier zum Boykott des Verlags aufgerufen („Wir zahlen nicht für unsere Gedanken“). Eine Petition wurde inzwischen von über 14.500 Wissenschaftlern unterzeichnet. Sogar T-Shirts (Foto: Michael Eisen) wurden für den Boykott-Aufruf erstellt.

Kommentare

4 Kommentare zu "Teurer als die Wissenschaft erlaubt"

  1. Das ist falsch. Andere Wege sind Subito, Direktbestellungen beim Verlag oder Einzelabos. Nicht mit „beim Piraten geholt“…

    • Hoffentlich haben Sie recht und nicht ich. – Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass Piraten und (einige) Bibliothekare nicht so streng von einander abgegrenzt sind, wie es (andere?) Bibliothekare glauben machen wollen. Bezeichnend genug, dass es russische Bibliothekare sind, die die weltgrößte Ebook-Piraterie-Seite L*G* betreiben.

  2. „Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, den Lizenzvertrag mit Elsevier durch alternative Beschaffungswege zu ersetzen“ – Was mag damit gemeint sein?

    • Ok, ich antworte mir selbst: Hier sagt die Bibliothek kaum verhohlen, dass sie sich die Bücher für umme beim Piraten holt. Nicht der einzige mir bekannte Fall.

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