Stephanie von Hayek über »Als die Tage ihr Licht verloren«

In den aktuellen Frühjahrsprogrammen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autoren. buchreport stellt 13 dieser Nachwuchsschriftstellerinnen und -schriftsteller in Steckbriefen vor. Heute: Stephanie von Hayek, die seit März beim Piper-Imprint Pendo ihren ersten Roman „Als die Tage ihr Licht verloren“ präsentiert.

Stephanie von Hayek, geboren 1971 in Wolfratshausen als Tochter einer finnlandschwedischen Mutter und eines deutschen Vaters, studierte nach einer Buchhandelslehre politische Wissenschaften in München und Paris. Sie arbeitete als Referentin in internationalen Organisationen, unter anderem für die Weltbank in Washington D.C. und die europäischen Regionen in Straßburg. Sie schreibt Literaturrezensionen, leitet Schreibkurse und arbeitet im Feld der internationalen Beziehungen und Völkerverständigung. „Als die Tage ihr Licht verloren“ ist ihr erster Roman. (Foto: Peter von Felbert)

Mein Roman in drei Sätzen

Mein Roman erzählt das fiktive Schicksal einer jungen Frau, Linda Hoffmann, und die wahre Geschichte zweier Unfälle aus dem Jahr 1940. Die Unwissenheit über den Verbleib ihres Mannes, der aus dem Polenfeldzug nicht zurückkehrt, treibt die Protagonistin in eine Melancholie. Sie wird in die Heilanstalt Berlin-Buch eingeliefert, während die Nazis auswählen, wer leben darf und wer nicht.

Mein Weg zu Pendo

Ging über Bärbel Brands (Agentur Michael Meller) und ihre Begeisterung für den Stoff.

Das Verdienst meiner Lektorin

Kerstin von Dobschütz und in ihrer Nachfolge Andrea Müller haben mit ihrer großen Begeisterung, ihren Fragen und ihrem genauen Lesen dazu beigetragen, den Text nach vorn zu bringen. Das war und ist eine sehr schöne und professionelle Zusammenarbeit.

Mein Eindruck vom Literaturbetrieb

Man hat ja ständig das Gefühl, dass alle alle taxieren, für mich ist es immer noch die beste aller Welten, das heißt: Hier ist Fantasie noch möglich! Wirklich.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Ich gehe natürlich in die Buchhandlung um die Ecke, das ist die von Carola Lutz in Wannsee. Wenn ich im Westen Berlins zu tun habe, streune ich durch die Autorenbuchhandlung am Savignyplatz, wenn ich in Helsingfors/Helsinki bin, muss ich sofort zu „Akademen“ gehen.

Meine Lieblingsautoren

Natürlich viele, viele … Philipp Roth, Truman Capote, Virginia Woolf, Albert Camus, die Gedichte der Finnlandschweden Edith Södergran und Bo Carpelan.

So lese ich

Ständig und überall, Romane, Tages- und Wochenzeitung, die Verlagsvorschauen blättere ich auch durch, am Schreibtisch, in der S-Bahn und am liebsten im Bett.

Schreiben ist für mich

Leben.

Wenn ich nicht gerade schreibe

Überlege ich mir, was als Nächstes zu tun ist (in die Redaktion der Zeitschrift „Kulturaustausch“ zu gehen, für die ich als freie Journalistin arbeite), höre ich mir Geschichten aus der Schule an (von meinen Kindern), gehe ich tanzen, schwimmen, spazieren und zerbreche ich mir den Kopf darüber, ob diese Welt noch absurder werden kann, als sie jetzt gerade ist.

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Stephanie von Hayek gelingt es in ihrem Debüt „Als die Tage ihr Licht verloren“, über die Erlebnisse zweier Schwestern im Berlin der 1930er-Jahre erfahrbar zu machen, wie eine Zeit der Leichtigkeit und des Überschwangs in Dunkelheit und Angst versinkt. Denn – und diese mutige Themenwahl hat mich von Anfang begeistert – die Autorin entwickelt ihre beinahe heitere Schwesterngeschichte dramatisch weiter zu einer fesselnden Story um Depression und Euthanasie, berührt also eines der dunkelsten Kapitel deutscher Historie.

Andrea Müller, Programmleiterin

Debütanten im Frühjahr 2019

– im buchreport.magazin 3/2019

 

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