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Stephan Schierke führt weiterhin den Fachausschuss Zwischenbuchhandel

Stephan Schierke, VVA. (Foto: Arvato)

Stephan Schierke, VVA. (Foto: Arvato)

Nach dem Verleger-Fachausschuss im Börsenverein (wählte am Montag ein neues Gremium) tagte am Dienstag auch der Fachausschuss für den Zwischenbuchhandel. Im Mittelpunkt auch hier stand die Wahl des neuen Ausschusses. Das Ergebnis: Der bisherige Vorsitzende Stephan Schierke (Arvato/VVA) führt den Ausschuss auch für die kommenden drei Jahre weiter. 

Gewählt wurden außerdem

  • Clemens Birk (Petersen Buchimport)
  • Matthias Heinrich (Brockhaus)
  • Jens Klingelhöfer (Bookwire)
  • Stefan Könemann (Könemann)
  • Eckhard Südmersen (Libri)
  • Ludger Wicher (LKG)

Etwas überraschend wurde Thomas Raff (Zeitfracht) nicht erneut ins Gremium gewählt. Er hatte als stellvertretender Vorsitzender kandidiert und wollte die Nachfolge des in dieser Funktion ausscheidenden Ludger Wicher (nun „normales“ Mitglied) antreten. Einen Stellvertreter will das neue Team erst Anfang November wählen.

Logistikumfrage 2019/2020

Das zweite große Thema des Abends war die Logistikumfrage 2019/2020, die angesichts des Pandemiejahres 2020 unter besonderen Rahmenbedingungen stand. Acht Unternehmen meldeten ihr hier Zahlen zurück. Zentrale Aussage hier: Der Zwischenbuchhandel steht ordentlich da. Im Vergleich zum Jahr 2019 erwirtschaftete die Branche im Jahr 2020 rund 2,56 Mrd Euro, das entspricht einem Plus von 6,41% gegenüber dem Vorjahr. Dabei gewann – wenig überraschend – gerade der Absatzkanal Online deutlich hinzu, während es stationären Handel „dank“ verschiedener Lockdown-Phasen etwas verlor.

Im der Bereich der Kundenstrukturen fiel der stationäre Handel allein erstmals unter die Schwelle von 50%, wie Schierke erklärte. Die 2019 erlebte Insolvenz von KNV (und die folgenden Umsatzverluste) holte der Zwischenbuchhandel hingegen wieder auf.

Schierke wies mit Blick auf die Abverkäufe pro Titel auf ein Problem hin: Viele Titel seien unwirtschaftlich, also für den Verkauf, kaum revelant. Gemessen an den Verkäufen leiste sich die Branche vergleichsweise viele Titel, das sei wirtschaftlich nicht sinnvoll. Man solle doch lieber Titel aus dem Programm nehmen, um Platz für neue und verkäufliche Bücher zu machen, so Schierke.

Ein weiteres Problem: Die Bestell- (und damit auch die Rechnungsstruktur) wachse vor allem an den Rändern. Heißt: Rund 60% der Rechnungspositionen umfassten lediglich die Bestellmenge 1. Insgesamt spiegele sich eine steigende Kleinteiligkeit im Bestellwesen, so Schierke. Im Median bewege sich die Bestellstruktur im Rahmen einer Privatkundenbestellung. Das sorge für Unwirtschaftlichkeit im Zwischenbuchhandel.

Die Logistikumfrage zeigte aber auch, dass die Zahl der Kleinpackstücke (also unter 2kg) nicht vor allem durch Direktlieferungen erklärt werde. Die Quote der Kleinpackstücke müsse insgesamt reduziert werden, so Schierke.

Im Bereich Digitalumsatz stieg der Anteil im Corona-Jahr 2020 um 23% an (Umsatz 206,8 Mio Euro). Und auch die Zahl der lieferbaren Titel im digitalen Kanal sei seit 2016 kontinuierlich gewachsen.

Insgesamt bezeichnete Schierke die wirtschaftliche Entwicklung der Branche als „absolut versöhnlich“.

 

 

 

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