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Ständiger Appell

Mit Müh und Not hat das Kölner Institut für Handelsforschung wieder genügend Teilnehmer für seinen Betriebsvergleich zusammenbekommen. Seit Jahren kämpfen die Statistiker den gleichen zähen Kampf gegen das Desinteresse an ihrem zentralen Analyse-Instrument für den Zustand des Buchhandels. Da ist es kein Wunder, wenn einem Verbandsaktiven wie Verleger-Ausschussmitglied Matthias Ulmer vernehmlich der Kragen platzt.

„Das ist eine deprimierende Situation“, schimpft Ulmer in einem Kommentar auf buchreport.de. „Jeder Buchhändler ist zwar sofort mit Zahlen darüber bei der Hand, wie miserabel die Rentabilität des kleinen Sortimentsbuchhandels ist, wie sich Unternehmerlöhne entwickeln, Margen schrumpfen usw. Damit solche Zahlen aber überhaupt vorliegen, auch statistisch ausreichend fundiert und glaubwürdig sind, müssen eben die gleichen Sortimenter auch an der Auswertung teilnehmen. Aber nein, zu faul.“

Harte Worte. Viele Sortimenter sehen in der Teilnahme an dem Betriebsvergleich vor allem Arbeit, von der sie keinen unmittelbaren Nutzen haben. Die Auswertungen, die sie für ihre Teilnahme erhalten, geben nicht unbedingt Auskunft darüber, was konkret zu tun ist, um die eigene Lage zu verbessern.

Auch die Diskussion über die Briefwahl auf den Buchtagen hat wieder demonstriert: Zeit ist für Buchhändler ein knappes Gut. Es in eine Branchenstatistik zu investieren, kostet Überwindung. Aber trotzdem: Der Betriebsvergleich liegt im vitalen Interesse gerade der Buchhändler, denn er munitioniert den Verband mit glaubwürdigen Zahlen und schafft damit die Basis für wirksame Interessenvertretung. Deswegen kann auf alles Verständnis nur der Appell folgen, auch in Zukunft am Kölner Betriebsvergleich teilzunehmen.

Kommentare

1 Kommentar zu "Ständiger Appell"

  1. Klaus Deichmann | 29. Juli 2011 um 22:52 | Antworten

    Viele Jahre haben wir die entsprechenden Fragebögen ausgefüllt. Aber seit sehr, sehr langer Zeit haben wir keine mehr erhalten.—
    Vielleicht kümmert sich ja mal jemand darum.
    Klaus Deichmann

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