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Schwund der Pressevielfalt

Die Pressekonzentration in Deutschland hat seit 2016 rasant zugelegt:

  • Die zehn auflagenstärksten Zeitungsverlagsgruppen haben ihren Marktanteil in den vergangenen zwei Jahren um 1,8 Prozentpunkte erhöht, nachdem die Steigerung in den Vorjahren jeweils nur Zehntelprozentpunkte betrug.
  • Im 1. Quartal 2018 wurden rund 62% der verkauften Gesamtauflage der Zeitungsbranche von den Top 10 der Verlagsgruppen verlegt.

Zuwachs bei E-Papern: Die Druckauflagen der Tagespresse sind in den vergangenen Jahren gesunken, nur der Verkauf von E-Papern zieht an. Im 1. Quartal 2018 erreichte die Auflage mit rund 1,3 Mio Exemplaren erneut einen Rekordwert.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Medienwissenschaftlers Horst Röper zum Zeitungsmarkt 2018 (erschienen in „Media Perspektiven“ 5/2018). Der Geschäftsführer des Medienforschungsinstituts FORMATT in Dortmund registriert eine „ungewöhnlich große Anzahl an Fusionen“: „Die Zeitungsbranche wurde offenbar von einer ‚neuen Welle‘ der Pressekonzentration erfasst.“

Hintergrund dieser Konzentrationsentwicklung sind nach Einschätzung Röpers ökonomische Rahmenbedingungen der Branche, wobei vor allem weiterhin sinkende Werbeeinnahmen und Auflagenverluste die Verlage zu Einsparungen zwingen:

  • Der Werbeumsatz der Verlage betrug 2016 rund 2,5 Mrd Euro, nur gut 40% des Umsatzes aus dem Jahr 1999.
  • Der Gesamtumsatz der Branche ist von 9,4 Mrd Euro (2001) auf 7,2 Mrd Euro 2016 zurückgegangen.

Auflagensteigerungen könnten bei nachlassender Nachfrage nur noch über Zukäufe realisiert werden, analysiert Röper, der vor den negativen Auswirkungen der Fusionen warnt: „Die Erfahrung mit der Pressekonzentration lehrt, dass der ökonomischen in aller Regel die publizistische Konzentration folgt.“

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in buchreport.express 26/2018.

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