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Premiumqualität im Ökodruck erzielen

Seit wann gibt es Papier-Recycling? 1774. Und seit etwa 70 Jahren kann wiederverwertetes Papier neu bedruckt werden. Heute ordnet sich Recyclingware in die Riege der ungestrichenen Naturpapiere ein.

Das Druckergebnis auf recyceltem Naturpapier sei vorhersehbar, sofern eine Druckerei geeignete Verfahren zur Kontrolle und Produktion anbietet, bricht Saskia-Melina Jacobs von der Hamburger Druckerei Langebartels & Jürgens eine Lanze für Mut zur Nachhaltigkeit in Print. Heute sei Recyclingpapier für die verschiedensten Drucksparten „ein reifes, hochwertiges, sicheres und umweltfreundliches Produkt“. Im Channel Produktion & Prozesse von buchreport.de gibt sie eine Einführung in Natur- und Recyclingpapiere.

 

Saskia-Melina Jacobs

Plädoyer für Nachhaltigkeit in Print: Saskia-Melina Jacobs von Langebartels & Jürgens plädiert dafür, dass Druckereien und deren Kunden bei der umweltbewussten Produktion stärker die Optionen von Recyclingpapieren nutzen. (Foto: Langebartels Druck)

Das Bemühen, teuer und umweltschädlich hergestelltes Papier wiederzuverwerten, ist ungefähr 250 Jahre alt. Heute ist Recyclingpapier für die verschiedensten Drucksparten ein reifes, hochwertiges, sicheres und umweltfreundliches Produkt.

Bereits lange bevor die Fogra das Farbprofil „PSO Uncoated V3“ für ungestrichene Papiere etabliert hatte, haben umweltbewusste Druckereien schon einen hohen Aufwand betrieben, um Bilder auch auf den ungestrichenen Naturpapieren vorhersehbar zu machen, sauber proofen zu können und in höchster Qualität zu drucken. Dafür haben zum Beispiel wir bei Langebartels & Jürgens technisch und handwerklich einige Stellschrauben bewegt. Jetzt nutzen wir diese Erfahrungen weiter, um den Druck auf Recyclingpapieren für Produktionen mit dem Blauen Engel optisch auf das höchstmögliche Niveau zu bringen.

 

Natur- und Recyclingpapiere sind im Kommen

Für beste Ergebnisse auf ungestrichenen Papieren benötigt man keine besonderen Werkzeuge – man muss aber jedes einzelne unter Kontrolle haben. Denn das Ziel von Fotografie und Druck ist die bestmögliche Wiedergabe der Wirklichkeit, und das möglichst auf jedem Druckmaterial. Das Bestreben, den Farb- und Detailreichtum auf allen Papiertypen optimal wiederzugeben, um so den Einsatz von nachhaltigen Papieren zu fördern, liegt jeder wahrhaft nachhaltigen Druckerei am Herzen.

Naturpapiere haben in den vergangenen Jahren an Beliebtheit gewonnen, und das hat mehrere Gründe:

  • weiche Haptik
  • Distanz zu den eher kühlen und glänzenden Papieren
  • sie ermöglichen spezielle Looks
  • sie vermitteln Charme und Charakter
  • Veredelungen wie Hochprägungen kommen besser zur Geltung
  • besondere Färbungen.

 

Ungestrichene Papiere versprechen Anmutung, Haptik und Emotion

Ungestrichene Papiere (Naturpapiere) sind alle Papiere, deren Oberfläche nicht durch einen chemischen Strichauftrag verschlossen wurde. Einige hochwertige Image-, Fein- und Recyclingpapiere fallen auch in diese Klasse.

Im Sortiment der ungestrichenen Papiere gibt es sehr viele sogenannte Farborte, die ein Papier haben kann:

  • bläulich
  • rötlich
  • gelblich
  • hochweiß
  • creme
  • chamois.

Jedes Papier kann bewusst eingesetzt werden, um einem Projekt eine besondere Note zu geben. Das bedeutet aber auch, dass die Druckergebnisse auf verschiedenen Papieren nie identisch aussehen können. Um diese Unterschiede auszugleichen, müssten für jeden Farbort die Druckdaten angepasst werden, damit auf jedem Material bestmögliche Ergebnisse erzielt werden. Das Farbprofil „Uncoated V3“ hat dafür gesorgt, dass der Einfluss der optischen Aufheller in Naturpapieren berücksichtigt wird und es an der Druckmaschine keine Überraschungen gibt. Tatsächlich machte aber erst der damit verbundene Einsatz von helleren Proofpapieren die Vorhersehbarkeit verlässlicher.

Um den Einsatz von Recyclingpapier zu fördern, ist es das Anliegen guter Druckereien, dass auch hier Vorhersehbarkeit und schöne Bilder nicht das Nachsehen haben. Es bedarf einfach eines Stückchens mehr Aufmerksamkeit.

 

Der Channel Produktion & Prozesse

Weitere Lösungen, Impulse und Erfahrungsberichte für die Verlagsproduktion lesen Sie im Channel Produktion & Prozesse von buchreport und Channel-Partner Publisher Consultants.
Hier mehr… 

Recyclingpapier ist mittlerweile schön

100% Recyclingpapier gibt es mittlerweile in vielen Färbungen und Weißgraden von 40 bis 148 CIE. Damit reicht es an die Optik von Frischfaserpapier heran.

Der Blaue Engel – das staatliche deutsche Umweltzeichen seit 1978 – garantiert, dass die Papierfasern zu 100% aus Altpapier gewonnen werden. Dadurch werden Wälder geschont und Lebensraum für Tiere und Pflanzen bleibt erhalten. Auch in der Ökobilanz ist 100% Recyclingpapier vorteilhaft: In der Herstellung spart Recyclingpapier circa 70% Wasser und 60% Energie gegenüber Frischfaserpapier. Der Blaue Engel garantiert zudem, dass dem Papier bei der Herstellung keine schädlichen Chemikalien oder optischen Aufheller zugesetzt werden.

Auch Mix-Papiere, die zu einem bestimmten Anteil aus recyceltem Altpapier stammen, können eine wertvolle Alternative zu einem Frischfaserpapier sein. Somit ist sichergestellt, dass man nicht auf Qualität verzichten muss, wenn man auf ein Recyclingpapier setzt.

 

Frischfaser- und Recyclingpapier ergänzen sich: Die Grenzen

Recyclingpapier spart Energie, Wasser, CO2-Emissionen und Abfall. Ohne die Zugabe von Frischfaser könnte der Recyclingkreislauf allerdings nicht aufrechterhalten werden. Eine Faser kann mehrmals, aber nicht unbegrenzt wiederverwertet werden. Daher besteht ein kontinuierlicher Bedarf, rückgewonnene Fasern mit frischen Papier-Zellstoffen zu mischen. Auf diese Art ergänzen sich recycelte Fasern und Frischfaser.

Auch gibt es Printprodukte, die bei besonders hohen Ansprüchen an Festigkeit und Optik mit einem Frischfaserpapier besser funktionieren. Hier könnten umweltbewusste Printbuyer immerhin darauf achten, Papier aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern zu nutzen.

 

Empfehlungen für den umweltbewussten Print-Einkauf

In der Summe sollte man immer darauf achten,

  • Papier einzusparen
  • Recyclingpapier zu wählen
  • bei Bedarf auf Papiere mit nachhaltig ehrlichen Siegeln zu setzen.

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