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Geschäftsideen entwickeln und durchsetzen

Zum Entwickeln neuer, bahnbrechender Ideen muss man kein Genie sein. Davon war der Erfinder der Glühbirne, Thomas Edison, überzeugt. Wichtiger ist es, ein klares Ziel zu haben und strukturiert vorzugehen. Doch wie wendet man dieses „Edison-Prinzip“ an?

Jens-Uwe Meyer entwickelt mit seinem Unternehmen Innolytics Software, die Unternehmen im Ideen-, Innovations- und Wissensmanagement unterstützen soll. Er hat mehrere Fachbücher veröffentlicht – unter anderem „Das Edison-Prinzip“. Im Channel Produktion & Prozesse von buchreport.de beschreibt er eines der Werkzeuge, die er dabei anwendet.

 

Skizzieren neuer Geschäftsideen

Skizzieren neuer Geschäftsideen (Foto: bowie15/123RF.com)

Womit verdienen wir künftig unser Geld? Wie können wir effektiver und/oder nachhaltiger produzieren? Vor solchen Fragen stehen die Verantwortlichen in den Unternehmen oft – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bzw. Marktumbruchzeiten wie den aktuellen. Und nahezu endlos zermartern sie sich den Kopf. Denn ihnen fehlt die zündende Idee. Dabei ist es meist recht einfach, neue Lösungen für Probleme zu finden und hieraus Geschäftsideen abzuleiten. Das hat Thomas Edison bewiesen. Er ging beim Erfinden sehr zielgerichtet in sechs Schritten vor, und dabei lautete seine Maxime: „Was sich nicht verkaufen lässt, das will ich auch nicht erfinden.“

 

Schritt 1: Erfolgschancen erkennen

Thomas Edison war klar: Um etwas Brauchbares zu entwickeln, benötige ich zunächst einen Ansatzpunkt für die Ideensuche. Zum Beispiel ein Problem, mit dem Menschen oder Unternehmen sich oft herumschlagen.

Für das Finden dieses Ansatzes gibt es viele Wege, zum Beispiel Kundenbeschwerden, Marktstrukturen oder Abläufe zu analysieren. Dieser Prozess lässt sich systematisieren. Das haben inzwischen viele Produktionsunternehmen getan. Sie beschäftigen Mitarbeiter, die in ihren Fertigungsstraßen schauen, wo immer wieder Probleme auftauchen und wo Zeit und Energie verschwendet wird. Diese „Probleme“ nutzen sie als Ansatzpunkte zum Entwickeln neuer Verfahren. Ähnlich verfahren viele innovative Dienstleistungsunternehmen. Sie erfassen systematisch, worüber Kunden immer wieder klagen. Bezogen auf welche Dinge sagen diese: „Eigentlich wünsche ich mir,…?“ Und dies nutzen sie als Ansatzpunkte zum Entwickeln neuer Dienstleistungen und Servicepakete.

 

Schritt 2: Denkautobahnen verlassen

Bei der Ideensuche bewegen wir uns oft auf denselben ausgetretenen Denkautobahnen, statt auch mal auf Nebenstraßen zu fahren.

Solche Nebenstraßen lassen sich mit assoziativen Fragen leicht ermitteln. Ein Beispiel: Angenommen, in Ihren Projekten sind oft Nachbesserungen nötig – was die Kunden verärgert, Stress erzeugt und die Kosten in die Höhe treibt. Dann könnten Sie auf einem Blatt Papier folgendes Ziel formulieren: „Projektplanung optimieren“. Notieren Sie darum alles, was Ihnen hierzu einfällt. Diese Punkte können Sie dann in eine Tabelle übertragen und daraus Fragen ableiten. Ein Beispiel: Sie haben die Assoziation „viele unvorhergesehene Ereignisse“. Dann kann die Frage lauten: „Wie können wir Unvorhergesehenes besser einplanen?“

Oft hilft auch ein Perspektivwechsel. Fragen Sie sich zum Beispiel: „Wann würden die Kunden sagen ‚Die haben ein 1A-Projektmanagement’?“ und „Was können wir tun, um …?“

 

Der Channel Produktion & Prozesse

Weitere Lösungen, Impulse und Erfahrungsberichte für die Verlagsproduktion lesen Sie im Channel Produktion & Prozesse von buchreport und Channel-Partner Publisher Consultants.
Hier mehr… 

Schritt 3: Inspiration suchen

Edison sammelte Inspirationen aus völlig verschiedenen Wissensgebieten. Diese kombinierte er miteinander, um auf neue Ideen zu kommen.

Dieser Blick über den Tellerrand muss jedoch gezielt erfolgen. Wenn Sie zum Beispiel in anderen Branchen oder fremden Disziplinen nach Lösungsansätzen suchen, können Sie wie folgt vorgehen:

  • Stellen Sie sich zunächst eine Frage, die Ihr Problem umreißt (Beispiel: Wie kann man mehrere Farbeimer zugleich problemlos tragen?).
  • Leiten Sie hieraus eine allgemeine Frage ab (Beispiel: Wie kann man schwere und sperrige Güter so verpacken, dass sie leicht transportierbar sind?).
  • Suchen Sie dann gezielt nach Lösungswegen (Mögliche Frage: Wie werden in anderen Branchen Güter so verpackt, dass sie leicht tragbar sind?).

 

Schritt 4: Geistesblitze erzeugen

Beim Entwickeln von Lösungen ging Edison wie beim Puzzeln vor. Er fügte die Einzelteile immer wieder neu zusammen, bis er die Lösung gefunden hatte.

Ein Hilfsmittel hierbei ist die morphologische Matrix. Sie funktioniert wie folgt: Angenommen, Sie wollen etwas Schweres oder Sperriges so verpacken, dass es leicht trag- und transportierbar ist, dann schreiben Sie in eine Tabelle zunächst die verschiedenen Elemente, die eine Verpackung auszeichnen, zum Beispiel:

  • Verpackungsarten
  • Verpackungsmaterialien
  • Verpackungsgrößen
  • Trage-/Transporthilfen.

Unter diesen Oberbegriffen notieren Sie die verschiedenen „Lösungen“. Unter Trage-/Transporthilfen wären das zum Beispiel Griffe, Henkel, Laschen, Rollen, etc.. Danach können Sie die in den verschiedenen Spalten notierten Begriffe beliebig kombinieren und sich jeweils fragen, welche Vor- und Nachteile diese Kombination hat.

 

Schritt 5: Die Ideen bewerten und ausfeilen

Oft werden gute Grundideen vorschnell verworfen, weil die „alten Hasen“ sagen, dass das nicht funktioniert. Fragen Sie sich bei den gefundenen Lösungsansätzen stets:

  • Unter welchen Voraussetzungen wäre diese Idee (doch) realisierbar?
  • Was hindert uns daran, diese Idee zu realisieren?

So stellen Sie sicher, dass gute Ideen nicht vorschnell verworfen werden.

Danach sollten Sie sich selbstverständlich fragen: Könnten wir mit der angedachten Lösung unsere Ziele überhaupt erreichen? Zum Beispiel die Kosten um 20% senken? Neue, zahlungskräftige Kunden gewinnen? Mit unseren Kunden höhere Pro-Kopf-Umsätze erzielen? So wird schnell klar, welche Ideen erfolgversprechend sind und wo Sie noch feilen müssen, damit aus der guten Idee eine Top-Lösung wird.

 

Schritt 6: Die Ideen verkaufen

Die beste Idee nützt Ihnen wenig, wenn Sie diese nicht erfolgreich „verkaufen“ – zum Beispiel als Projektmanager Ihren Kollegen. Edison wusste das. Also erfand er nicht nur die Glühbirne. Er überlegte sich auch: Was ist nötig, damit diese (wirtschaftlich) ein Erfolg wird? Und danach entwickelte er das nötige Umfeld. Doch nicht nur das. Er konzipierte auch Kampagnen, um seine Ideen zu vermarkten.

Überlegen auch Sie sich: Wen brauche ich als Unterstützer für meine Idee? Mit welchen Argumenten kann ich diese Person oder Organisation begeistern? Entwickeln Sie also eine Strategie, um Ihre Idee zu vermarkten. Denn auch die beste Idee ist nur eine Idee, solange sie nicht realisiert wird.

 

Der Autor
Dr. Jens-Uwe Meyer (u.a. „Radikale Innovation“, „Genial ist kein Zufall“) ist neben seinem Unternehmen Innolytics u.a. auch als Buchautor und Keynote-Speaker zum Thema Innovation aktiv. Er gehört zur Riege der Meinungsmacher beim manager magazin.

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