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Paul Ingendaay verleiht den Kleist-Preis 2022 an Esther Kinsky

Der mit 20.000 Euro dotierte Kleist-Preis des Jahres 2022 geht an die 1956 im Rheinland geborene Schriftstellerin und Übersetzerin Esther Kinsky.

Gemäß der Tradition des Kleist-Preises hat der Autor und Kritiker Paul Ingendaay – als von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählte Vertrauensperson – in alleiniger Verantwortung Esther Kinsky zur Preisträgerin bestimmt. Seine Begründung lautet:

„Esther Kinsky hat ein literarisches Werk von beeindruckender stilistischer Brillanz, thematischer Vielfalt und eigensinniger Originalität geschaffen. In den Büchern dieser Autorin, die als Übersetzerin begann und deren Poetik wesentlich vom Zusammentreffen slawischer Sprachen mit dem Englischen und Deutschen mitgeformt wurde, tritt der radikale Blick der Einzelgängerin wieder in sein Recht: Wandernd, beobachtend, sich vortastend aus anfänglichem Fremdsein, sehen Kinskys Erzählerinnen Menschengeschichten nur als Teil der sie umgebenden Naturgeschichte. Den Erdbewegungen und der Geologie, der Tier- und Pflanzenwelt gilt eine Aufmerksamkeit, die ungewöhnlich ist, sich aber keineswegs im populären Begriff des „Nature writing“ erschöpft.

Dabei gibt es für die Autorin, was den Schauplatz betrifft, kein unwürdiges Material; es zieht sie aus der Stadt heraus und an die Peripherie. Esther Kinsky mag die ungarische Provinz wählen (in dem Roman „Banatsko“, 2011), einen Randbezirk im Londoner Osten („Am Fluss, 2014) oder auch das Friaul, ihren vorläufig letzten Wohnort (in den Romanen „Hain“, 2018, und „Rombo“, 2022) – immer wird klar, dass die einzig beschreibenswerte Landschaft jene ist, in der die Autorin sich gerade befindet. Fern jeder Öko-Verträumtheit, ohne Klage o-der Kritik, stellen Kinskys Romane und Gedichte den Menschen in ein Verhältnis zu den Ruinen, die er hervorgebracht hat, und zur Restnatur, die ihn noch immer umgibt. Kinskys magische Kunst der Benennung, die sie laut ihrem bemerkenswerten Übersetzungsbrevier „Fremdsprechen“ (2013) im prüfenden Umgang mit anderen Sprachen entwickelt hat, ist in der deutschen Gegenwartsliteratur ohne Parallele. Man darf darin eine entschlossene Abwehr des Banalen sehen – und eine Wahrnehmungs- und Erinnerungsschule völlig eigener Prägung.“

Die Verleihung findet am 27. November im Deutschen Theater statt.

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