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Ostern hebt die Kurve

Die Einschätzung, dass die März-Delle keinen wirklichen Abwärtstrend markiert, hat sich zum Glück bestätigt. Für das Zwischentief im buchreport-Umsatztrend war demnach vor allem das zeitlich verschobene Ostergeschäft verantwortlich, wie der anschließende kräftige Aufschwung im April zur Freude des Sortimentsbuchhandels bestätigt hat. Die Entwicklung der zurückliegenden neun Wochen:

  • Gegenüber dem Vorjahr (mit Ostergeschäft) hatte es im März 2009 einen Umsatzrückgang um 5,3% gegeben, der im Buchhandel damit deutlich stärker ausfiel als das märzliche Umsatzminus im gesamten Einzelhandel.
  • Dafür lag der April vor allem wegen der guten Umsätze in der Vorosterwoche jetzt um 7,5% höher als vor einem Jahr.

Dass diese heftigeren Ausschläge typisch für den April und die wechselnden Osterlagen sind, zeigt auch der 10-Jahres-Vergleich; er macht letztlich auch deutlich, dass, wenn man alle Plus und Minus über die Jahre verrechnet, der April-Umsatz im Sortiment sogar leicht rückläufig ist.

Zu Ostern gab es Kinderbücher und Romane

Das Ostergeschäft mit den überbrachten Buchgeschenken spiegelt sich eindeutig in der Warengruppenstatistik wider:

  • Höhere zweistellige Zuwächse verbuchte das Kinder- und Jugendbuchsegment (wozu in der buchreport-Statistik nicht die All-Age-Titel gezählt werden).
  • Ebenfalls mit einem zweistelligen Plus notierten die Taschenbuch- und Hardcover-Romane sowie die Hörbücher.
  • Unterdurchschnittlich haben sich dagegen im April Ratgeber und Fachbücher entwickelt, die Sachbücher rutschten sogar ins Minus.

Nach vier Monaten: Belletristik im Plus, Sachbuch im Minus

Aufschlussreicher ist der Trend der kumulierten Werte, der nach den ersten vier Monaten 2009 schon eine gewisse Aussagekraft hat:

  • Der Sortimentsbuchhandel hat die allgemeine Wirtschaftskrise bisher außen vor lassen können: Der kumulierte buchreport-Umsatztrend nach vier Monaten liegt bei immerhin +2,7% (Vorjahr zu diesem Zeitpunkt: –1,6%).
  • Am stärksten zugelegt haben in diesem Jahr bisher gebundene Belletristik (+10,5%) und auch Taschenbuch-Romane (+5,7%).
  • Am stärksten verloren hat dagegen das Sachbuch im Taschenbuch (–4,8%) wie im Hardcover (–4,7%).

Die übrigen Warengruppen zeigen nur kleinere Ausschläge nach oben oder unten. Und wie entwickeln sich die Buchpreise, die in diesen Tagen mehr als zuvor in der Branchendiskussion stehen (hier mehr)?

  • Der Durchschnittspreis liegt im zurückliegenden April nur um 0,9% (oder 10 Cent) über dem Vorjahr, wofür noch mal das Ostergeschäft herhalten muss mit seinen eher kleinen Buchgeschenken (Taschenbuch, Kinderbuch).
  • Im Jahresverlauf hat der Durchschnittspreis um 2,9% (33 Cent) zugelegt, was letztlich auch bedeutet, dass der Buchabsatz leicht rückläufig war: Es wurden etwas weniger (–0,2%), aber im Schnitt etwas teurere Bücher verkauft.

aus: buchreport.express 19/2009

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