Online-Handel mit Umsatzplus im ersten Halbjahr

Der Online-Handel in Deutschland hat im bisherigen Jahresverlauf deutlich zugelegt, meldet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) mit Verweis auf seine Verbraucherbefragung. Grund dafür ist demnach ein starkes 2. Quartal:

  • Im 2. Quartal fiel das E-Commerce-Wachstum mit rund 17% überdurchschnittlich aus, nachdem es im 1. Quartal eine Corona-bedingte Stagnation gab.
  • Insgesamt gaben die Verbraucher im 2. Quartal im Online-Handel rund 20 Mrd Euro inkl. USt aus (2019: 17 Mrd) aus.
  • Die Online-Umsätze bei Büchern und E-Books stiegen um knapp 7%.
  • Am stärksten zulegen konnten die Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Tierbedarf, Medikamente und Drogerie (+51%).
  • Verlierer waren, wie zu erwarten, die digitalen Dienstleistungen (–72%), unter die bei der Erhebung neben Downloads auch elektronische Tickets und Hotelbuchungen fallen.

Im gesamten ersten Halbjahr summierten sich die Erlöse laut BEVH auf 36,7 Mrd Euro (inkl. USt), ein Plus von 9,2% gegenüber Vorjahr. „Wir sehen gute Chancen, dass der E-Commerce 2020 trotz der Coronakrise einen Umsatz von bis zu 80 Mrd Euro brutto erreichen kann“, prognostiziert BEVH-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer. Ursprünglich hatte der Verband mit 100 Mrd Euro gerechnet.

Reine Onlinehändler profitieren überdurchschnittlich

Von den höheren Umsätzen haben laut BEVH insbesondere die Internet Pure Player profitiert, die überdurchscnittlich zulegen konnten. Auch die Umsätze auf Online-Marktplätzen entwickelten sich etwas besser als der Gesamtschnitt. Die Online-Umsätze der stationären Händler im 2. Quartal schnitten mit knapp +5% nur unterdurchschnittlich ab; auf das Halbjahr bezogen verloren sie sogar etwas gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Auch wenn diese Zahlen ernüchtern, haben viele stationäre Händler in der Krise erstmals konsequent mit dem Onlinehandel begonnen. Dadurch wachsen die Chancen, dass Multichannel-Anbieter künftig wieder Boden gut machen“, sagt Wenk-Fischer.

Die Zahlen des BEVH sind insofern mit Vorsicht zu betrachten, als sie nicht auf Verkaufszahlen (Kassendaten) beruhen, sondern auf Hochrechnungen einer Befragung von 40.000 Privatpersonen in Deutschland zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel.

Jeder zweite Befragte will künftig mehr online bestellen 

In einer Zusatzbefragung unter etwa 2500 Konsumenten hat zudem gut jeder zweite Befragte angegeben, dass er aufgrund der Erfahrungen in der Coronakrise künftig mehr online bestellen werde. „E-Commerce hat sich im zweiten Quartal nachhaltig als zusätzliche Versorgungs-Infrastruktur etabliert“, so Christoph Wenk-Fischer. „Das zeigt sich nicht nur an den absoluten Zahlen, sondern auch am erklärten Willen der Konsumenten, auch künftig mindestens so viele, wenn nicht mehr Güter des täglichen Bedarfs und Medikamente online zu kaufen.“ Abseits der Waren des täglichen Bedarfs wollen die Verbraucher hauptsächlich bei Bekleidung und gedruckten Büchern oder E-Books künftig eher mehr Geld im Internet ausgeben als weniger.

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